Pressemitteilungen

03.12.2014

Ausstellungseröffnung „Begegnungen“

Karl Hofer und Renate Becker

Mit der Ausstellung "Begegnungen" erfüllt die Stadt Neu-Isenburg den letzten Wunsch der Künstlerin Renate Becker, die am 14. Februar 2014 verstarb. Wegen ihrer Krankheit musste die geplante Gemeinschaftsausstellung mit ihren Werken und denen ihres Großonkels, dem berühmten deutschen Expressionisten Prof. Karl Hofer abgesagt werden. Ihr Sohn Joel Becker hat nun die Ausstellung kuratiert. Die offizielle Eröffnung mit einem Grußwort von Bürgermeister Herbert Hunkel findet am Mittwoch, 17. Dezember, um 18.00 Uhr, im Plenarsaal des Rathauses statt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich dazu eingeladen.

Die Ausstellung ist eine Gegenüberstellung der Klassischen Moderne mit der Gegenwartskunst. Zu sehen sind neben Ölgemälden auch Zeichnungen und Grafiken von Karl Hofer und Renate Becker. Wie der Titel "Begegnungen" verrät, treffen in dieser einzigartigen Ausstellung nicht nur Werke zweier Künstler, dazu einem Mann und einer Frau, aufeinander, sondern auch zwei Generationen aus unterschiedlichen Epochen und mit ganz verschiedenen Lebensläufen. Hofer erblickte zu Zeiten des Kaiserreichs das Licht der Welt, Becker wurde Anfang der 1950'er-Jahre geboren. Persönlich begegnet sind sich die Künstler nie, doch begleitet der eine die andere bereits ein Leben lang. Becker war die Großnichte von Hofers Witwe Liesbeth; durch die Verbindung zu dieser wurde bereits zu Jugendzeiten ihr Interesse an der bildenden Kunst geweckt. Beide Künstler versuchten stets ihren eigenen künstlerischen Weg zu finden und ließen sich nicht in eine Schublade stecken, wodurch beiden eine gewisse Außenseiterstellung gemein ist.

In dieser Ausstellung soll sowohl das gemeinsame, als auch und gerade das Verschiedenartige im Œuvre der beiden Künstler heraus gearbeitet werden. Hofer wie auch Becker liebten die Farbe, was die expressive Farbgebung der Ölgemälde zeigt. Becker setzte das Medium der Farbe auch in ihren Zeichnungen ein, die nicht wie bloße Skizzen wirken, sondern wie zarte Kompositionen.

Die Ausstellung ist vom 17. Dezember bis zum 15. Januar zu den Öffnungszeiten des Rathauses, Hugenottenallee 53, zu sehen. Führungen sind nach Vereinbarung möglich.

Zur Person:

Prof. Karl Hofer (1878 - 1955) gehört zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionismus. Aufgewachsen in Karlsruhe. Zunächst Ausbildung zum Kaufmann, dann Studium der Künste in Karlsruhe und Stuttgart. Aufenthalte u.a. in Paris, Rom und der Schweiz. Reisen in Europa, nach Indien und in die U.S.A.. Lehrtätigkeiten in Berlin. Mitbegründer der "Badischen Sezession". Während der NS-Zeit Berufsverbot; Hofers Arbeiten galten als "entartet". Ab 1945 Direktor der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin. Vielfache Ehrungen, darunter Bundesverdienstkreuz und Aufnahme in den Orden "Pour le mérite" der Friedensklasse. Zahlreiche Ausstellungen weltweit.

Renate Becker (1952 - 2014), in Gelsenkirchen geboren, begann bereits im jugendlichen Alter sich der Malerei zu-zuwenden und Gedichte zu schreiben. Sie absolvierte eine Ausbildung als Schauwerbegestalterin. Es folgte ein Abendschulstudium an der Städel-Akademie in Frankfurt/M.. Studienreisen nach Frankreich, in die Niederlande und die Schweiz. Mitbegründung des "kleinen Ateliers" in Neu-Isenburg. Dozententätigkeit in Zusammenarbeit mit dem Bund für Volksbildung (heute vhs). Vielfältige Arbeiten in verschiedenen Techniken, hervorzuheben insbesondere ihre großformatigen Farbstiftzeichnungen. Tätigkeit als bildende Künstlerin. Viele Ausstellungen deutschlandweit.