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27.09.2017

Dirk Schloßhauer verabschiedet sich nach 37 Jahren als Leiter des KIZ Gravenbruch

Bürgermeister und Erster Stadtrat bedanken sich für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit

Schon wieder heißt es in Gravenbruch Abschied nehmen. Was Hugo Dangeleit für das JUZ war, ist Dirk Schloßhauer für das KIZ. Der beliebte und langjährige Leiter des Kinderzentrums geht am 31. Oktober 2017 in den Ruhestand. Nach 37 Jahren, davon 35 Jahre in Leitungsfunktion, sagt Dirk Schloßhauer nun „Tschüss“ und verabschiedet sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von „seiner“ Einrichtung „und seinem Team“. Ab dem 1. November 2017 will er sich verstärkt seiner Familie und seinen Hobbies wie der Fotografie, Reisen aber auch neuen Projekten wie dem Segeln und dem Radwandern widmen.  

Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt bedanken sich für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Dirk Schloßhauer war in all den Jahren mit großem Engagement und großem Erfolg Leiter des KIZ Gravenbruch. Immer Ansprechpartner zu sein und sich allen Herausforderungen mit Sachkenntnis und Kreativität zu stellen, zeichnet ihn aus. Seine engagierte Haltung hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass er respektiert und hoch geachtet wurde und noch heute viele Ehemalige sich gerne an ihre Zeit im KIZ erinnern. Er wird uns fehlen.“

Dirk Schloßhauers pädagogische Tätigkeit war von Beginn an eng mit Gravenbruch verbunden. Nach Abschluss seines Studiums als Diplom- Sozialpädagoge und einjähriger Tätigkeit als Integrationskraft, übernahm er am 1. Oktober 1982 die Leitung des Hortes Schwalbenstraße, dem späteren Kinderzentrum, die er bis heute innehat.

Als eine seiner vorrangigsten Anliegen vollzog Dirk Schloßhauer gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Öffnung des Hortes nach innen und außen. Nach innen, indem die bestehenden Gruppenräume zunehmend in unterschiedliche Freizeitbereiche, einen Hausaufgabenraum und ein Kinderrestaurant umgewandelt wurden und dadurch ein vielseitigeres Freizeitprogramm ermöglichten. Nach Außen, indem die Öffnung des Hortes zum Stadtteil Gravenbruch über Jahre intensiviert wurde. Was anfangs mit vereinzelten, offenen Festen begann, wurde ganzjährig ausgebaut. Einige dieser Bausteine der offenen Stadtteilarbeit waren die regelmäßigen Filmveranstaltungen des Kinderkinos Dschungelmovie, die Öffnung der Freizeitangebote für Gastkinder, öffentliche Ausstellungen von Kunstprojekten im Stadtteil, stadtteiloffenen Festen, der Teilnahme an Flohmärkten und am Stadtteilfest in Gravenbruch. Mit der Öffnung gelang es auch, nicht angemeldeten Schülern und Teenies die Freizeitmöglichkeiten des Hortes zur Verfügung zu stellen, die pädagogische Arbeit transparenter zu machen und den Hort als aktiven Bestandteil von Gravenbruch zu etablieren.

Manifestiert hat sich die stadteiloffene Hortarbeit 1995 im neugebauten Kinderzentrum Gravenbruch mit seinem Hort- und offenem Bereich. So konnten nun auch Gravenbrucher Bürgerinnen und Bürger abends und an Wochenenden die Räumlichkeiten nutzen. Regelmäßig fanden VHS- Kurse, Kindergeburtstage, Seniorentreffs und Vortragsveranstaltungen im KIZ statt.

Die Medienarbeit, besonders die Filmarbeit, war ein Schwerpunkt von Schloßhauers pädagogischer Arbeit. Mit der Gründung des Kinderkinos Dschungelmovie 1985, wurde eine ganzjährige Kinderkinoarbeit ins Leben gerufen. Gemäß dem Motto „Filme genießen und Filme verstehen“ fanden regelmäßig Filmvorstellungen mit Workshops und Spielen statt. Ergänzend wurden Kinderfilmfestivals oder Filmprojekte durchgeführt. Mehrere Kurz- und Spielfilme entstanden, die dann vor großem Publikum uraufgeführt und bei Wettbewerben teilweise preisgekrönt wurden. Auch besuchten renommierte Regisseure, Maskenbildner oder Schauspieler mit ihren aktuellen Filmen und den dazugehörigen Requisiten das KIZ und gaben den Kindern einen Einblick in die professionelle Filmproduktion.

Die engagierte Kinderfilmarbeit unter Leitung von Dirk Schloßhauer fand in Neu-Isenburg und bundesweit große Anerkennung. So wurde das KIZ sechs Jahre lang zum bekannten Filmfestival Goldener Spatz nach Gera und Jena eingeladen. Eine Kindergruppe konnte dort eine Woche lang kostenlos am Festivalprogramm, an Gesprächen mit Filmschaffenden und an Workshops teilnehmen. Weiterhin wurde 1996/97 das KIZ als Vertreterin Hessens für das bundesweite Projekt „Kino für Jung und Alt“ vom Bundesministerium für Familie ausgewählt. Als Modellspielstätte führte das KIZ ein Jahr lang Filmerlebnisnachmittage für Kinder gemeinsam mit Senioren aus Gravenbruch durch.

In Neu-Isenburg wurde die pädagogische Kinderfilmarbeit des KIZ gewürdigt, indem im Neubau der Mehrzweckraum technisch als Kinoraum mit eigener Vorführkammer ausgestattet wurde. Gleiches erfolgte Jahre später beim Umzug des KIZ in die Uhlandschule durch die technische Aufrüstung der Schulaula.

Außerhalb des KIZ wurde Dirk Schloßhauer im Rahmen des Jugendforums Neu-Isenburg damit betraut, gemeinsam mit Jugendlichen das jetzige Kino CinePlace zu entwickeln und auszustatten, was seit April 2004 erfolgreich als Kinderkino und „Iseborjer Kinno“ läuft.

Eine neue berufliche Herausforderung war für Dirk Schloßhauer mit dem Umzug des KIZ in die Ludwig Uhland Schule im Sommer 2012 verbunden.

In den letzten fünf Jahren entstand aus den beiden unterschiedlichen KIZ- und Schulbetreuungsteams eine neue Mitarbeitergruppe, die täglich eine vielfältige pädagogische Freizeitarbeit für bis zu 200 Kinder sicherstellt. Dabei helfen eine neue Arbeitsstruktur mit festen Zuständigkeiten und eine gemeinsam entwickelte Konzeption. Angeboten werden Freizeitaktivitäten in den Bereichen Bauen, Forschen, Medien, Kreativität, Sport und Theater. Nach Jahren der räumlichen Einschränkungen und des stetigen Improvisierens durch vielfältige Baumaßnahmen, stehen den Kindern seit Januar 2016 mit dem neuen Anbau und dem sanierten Schulgebäude alle Freizeiträume für die unterschiedlichen Spiel- und Bildungsangebote zur Verfügung.

Mit dem Umzug auf das Schulgelände begann eine engere Zusammenarbeit von KIZ und Schule, die mit dem Eintritt der Grundschule in das Landesprogramm „Pakt für den Nachmittag“ noch einmal intensiviert wurde. Zusammen gestalten Erzieher und Lehrer die Mittagspause, die Lernzeit, Freizeitangebote und teilen sich den Einsatz der Schulsozialarbeiterin. Die engere Verzahnung von beiden Institutionen mit ihren unterschiedlichen Bildungs- und Betreuungsaufträge hat das Ziel, den Kindern bessere Chancen von schulischen und außerschulischen Lernen zur Verfügung zu stellen

Dass die von Dirk Schloßhauer und seinem Team durchgeführte Freizeit- und Betreuungsarbeit viel Anerkennung findet, erleben sie etwa, wenn Teenies oder Jugendliche von ihren tollen KIZ- Zeiten schwärmen oder als Eltern nun selbst ihre eigenen Kinder gern im KIZ anmelden. Auch spricht das Verfünffachen der Betreuungszahlen von 40 auf 200 für ein großes Vertrauen der Eltern in diese Institution. Zuletzt waren es der Hessische Kultusminister Lorz sowie die Vertreter des Kreises und des staatlichen Schulamtes, die bei einer Ortsbesichtigung in den Sommerferien 2017, der pädagogischen Arbeit des KIZ ihre hohe Anerkennung aussprachen.

Dirk Schloßhauers Resümee nach all den Jahren: „Faszinierend war und ist für mich die Möglichkeit, Kindern mit dem KIZ täglich einen Ort des Treffens, Spielens, Ausprobierens und Gestaltens zur Verfügung zu stellen, an dem Kinder im sozialen Miteinander die Welt und sich selber entdecken können. Und immer wieder neue Erlebniswelten zu schaffen, die die Fantasie und Kreativität der Kinder anregt. Dabei habe ich mich immer als Spurenleger für die Kinder und als Begleiter der Erzieher verstanden, der Raum, Zeit und Materialien zur Verfügung stellt, ohne dabei seine Rolle als verantwortlicher Lenker aus dem Auge zu verlieren.“