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06.12.2017

DB-Neubaustrecke Rhein/Main-Rhein/Neckar

Stadt fordert Schallschutzmaßnahmen

Nach den Plänen der Deutschen Bahn AG wird eine neue Bahnstrecke südlich von Zeppelinheim, an den Bundesautobahnen 5 und 67 entlang, bis Mannheim, gebaut werden. Auf den zwei neuen Gleisen sollen Züge bis zu 300 Stundenkilometer schnell fahren können. Derzeit wird von der DB Netz AG (Vorhabenträger) im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit ein Beteiligungsforum und verschiedene Arbeitsgruppen durchgeführt, Von der Neubaustrecke ist in Neu-Isenburg insbesondere der Stadtteil Zeppelinheim betroffen.

Im Ortsbeirat Zeppelinheim standen deshalb auch in der letzten Sitzung am 7. Dezember, die Auswirkungen der Neubaustrecke auf den Ortsteil Zeppelinheim auf der Tagesordnung. Obwohl im Zuge der beabsichtigten Baumaßnahme im Bereich Frankfurt Stadion – Zeppelinheim, für den Bahnhof Zeppelinheim derzeit keine Gleiserweiterungen vorgesehen sind und die Strecke vierspurig bleibt, soll die bereits bestehende Lärmschutzwand ausgebaut werden.

Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt:  „Bereits jetzt sind die Bestandsstrecken der DB überlastet. Bei einer weiteren Verkehrszunahme ist unsere wichtigste Aufgabe, die Zeppelinheimerinnen und Zeppelinheimer vor Lärm zu schützen, dies haben wir bei unseren Verhandlungen mit der DB auch deutlich gemacht. Die Lärmberechnungen für das Prognosejahr, berücksichtigen bislang nur die Bestandsstrecken, nicht die Neubaustrecken. Deswegen wollen wir von der DB belastbare Zahlen für Zeppelinheim erhalten. Wir fordern adäquate Schallschutzmaßnahmen im Stadtteil Zeppelinheim! Bereits während der Baumaßnahmen muss der Baulärm auf ein Minimum beschränkt werden“.

Ein weiterer Verhandlungspunkt mit der Deutschen Bahn ist die mangelhafte unfallauffällige Unterführung in Zeppelinheim unter dem Bahnhof Zeppelinheim für die Radfahrenden. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens soll auch in diesem Bereich eine deutliche Verbesserung erreicht werden.

Prognosen für die Neubaustrecke:

Die Neubaustrecke würde vor allem tagsüber den Fernverkehr und nachts den Güterverkehr aufnehmen. Nach den derzeitigen Kenntnissen werden im Jahr 2025 täglich am Tag (6-22 Uhr) 328 Züge vorbeifahren und nachts (22-6 Uhr) 101. Züge vorbeifahren. Die Prognosen besagen, dass 2025 am Tag vorwiegend Fern- (153) und Nahverkehr (136) verkehren werden und in der Nacht vor allem Güterzüge (73). Bei einer vorgesehenen Verkehrslenkung, durch die die beiden Bestandstrecken über die Neubaustrecke in der Nacht entlastet werden sollen, kämen noch einmal 35 Güterzüge hinzu, die Gesamtzahl mit Verkehrslenkung beliefe sich somit auf 464 Züge. Zum Vergleich: 2016 betrug das tägliche Aufkommen 296 Züge.

Bisher gibt es zwar Emissions- und Immissionsberechnungen für das Jahr 2016 und eine Prognose 2025 für die Bestandsstrecken, aber nicht für die Neubaustrecke. Diese vorläufigen Emissions- und Berechnungen konstatieren eine Verbesserung der Lärmsituation. Entscheidend für das Verfahren sind jedoch Lärmberechnungen für das Prognosejahr 2030. Diese liegen noch nicht vor. Deshalb gibt es auch noch keine belastbaren Zahlen für Zeppelinheim. Auch wenn die Deutsche Bahn ihre Güterzüge derzeit mit lärmärmeren Bremsen ausrüstet (Verbundstoffbremssohlen anstelle Graugussbremsen) und eine vollständige Umrüstung bis 2030 erfolgen wird, ist mit Sicherheit damit zu rechnen, dass die Lärmbelastung an der Strecke zukünftig weiter zunehmen wird.