Pressemitteilungen

12.10.2016

Sportcoaches tragen zur gelingenden Integration bei

Ayse Tschischka tritt Nachfolge von Gerhard H. Gräber an

Im Rahmen des Projektes „Sport und Flüchtlinge“ des hessischen Innenministeriums, werden auch in Neu-Isenburg zwei Sportcoach-Stellen gefördert. Seit Anfang des Jahres vermitteln Benjamin Friedrich und Gerhard H. Gräber, Sport- und Bewegungsangebote der Vereine an interessierte Neubürgerinnen und Neubürger. Ziel des Projektes ist, dauerhafte und regelmäßige Strukturen zu schaffen, um Flüchtlinge mit den Vereinen zu vernetzen, das Sportangebot zu koordinieren und damit zu einer gelingenden Integration beizutragen.

Aus gesundheitlichen Gründen musste Gerhard H. Gräber Ende September nun sein Amt niederlegen. Theodor Wershoven, Dezernent für Kultur und Sport, bedankt sich im Rahmen der Magistratspressekonferenz, bei ihm für sein erfolgreiches Engagement und freut sich, mit Ayse Tschischka gleich eine Nachfolgerin präsentieren zu können.

„Gerhard H. Gräber hat in seiner Zeit als Sportcoach vorbildliches  erreicht und wir bedanken uns im Namen aller Akteure bei ihm für diese großartige Hilfe“, so Theodor Wershoven.

In nur einem Jahr hat Gerhard H. Gräber über 80 Interessenten betreut und 24 Flüchtlinge an Vereine erfolgreich vermittelt, die meisten an den SCN, an den ITC und die Karateabteilung der TSG 1885 e.V. Weiterhin an den KSV, die Gymnastikabteilung der TSG 1885 e.V., den TV Turnverein 1861 Neu-Isenburg, ASC, TTC, SpVgg 03 und die SGNI. Außerdem organisierte er für die Bewohnerinnen und Bewohner des Flüchtlingscamps Trainingskleidung von der FRAPORT und von JOBfit „Welcomebags“. Er besuchte einen Grundkurs der Hessischen Sportjugend für Sportcoaches, als Voraussetzung für die Vergabe der Fördergelder, nahm an mehreren Tagungen des Sportkreises Offenbach und dessen Koordinatorin teil, führte zahlreiche Gespräche mit der IG Vereine und fast allen Vereinen der Stadt Neu-Isenburg, dem Kreisausländerbeirat sowie der Flüchtlingshilfe der Stadt Neu-Isenburg. Darüber besuchte er regelmäßig das Café Grenzenlos und die Veranstaltungen der Stadt Neu-Isenburg zum Thema Integration.

ITC – Tennis-Training für Flüchtlinge - Ein Beispiel von Vielen

Im gemeinsamen Gespräch mit Gerhard H. Gräber war sich der Vorstand des ITC schnell einig, das soziale Engagement aufbringen zu wollen und aktiv bei der Integration der Flüchtlinge mitzuwirken. Der Verein möchte damit, den Menschen ein kleines Stück Heimat zurückzugeben, den Spaß am Tennissport vermitteln und den Kontakt mit anderen Mitgliedern fördern. Bälle, Schläger und weiteres Equipment stellte der ITC bereit, Christian Andersch, Peter Freiberger und Jonny Jauris vermittelten grundlegende Techniken des weißen Sports, an zwei Tagen á ein bis zwei Stunden pro Woche.  

Darüber hinaus fanden regelmäßig Sportaktionstage statt, unter der Federführung der Badmintonabteilung des TV 1861 Neu-Isenburg und des Abteilungsleiters Benjamin Friedrich sowie mit Beteiligung der Neu-Isenburger Vereine und des Sportkreises Offenbach, in den Sporthallen im Sportpark.  

„Die Hilfsbereitschaft der Isenburger Vereine ist groß“, resümiert Gerhard H. Gräber, „auch die Zusammenarbeit mit meinem Kollegen Benjamin sowie Heidrun Schäffer-Rettig, Thomas Leber und Monika Semsroth sowie dem Sportkreis Offenbach, dem Team von JOBfit und der Hessischen Sportjugend kann ich nur loben. Ich denke das Programm bietet einen sehr guten Ansatz, um die Neubürgerinnen und Neubürger unkompliziert einzubinden und den zwischenmenschlichen Kontakt herzustellen. Ich wünsche allen auch weiterhin eine sehr gute Arbeit.“         

Ayse Tschischka ist neuer Sportcoach

Ayse Tschischka hat bereits ihre erste Schulung als Sportcoach erfolgreich absolviert und steht in den Startlöchern, um neue Projekte zu beginnen. Sie ist in Neu-Isenburg bestens vernetzt und verfügt selbst über einen Migrationshintergrund: „Ich kam 1970 aus Istanbul nach Frankfurt und habe selbst erfahren, wie durch das Vereinsleben eine Integration möglich ist. Ich begann in den 70er Jahren mit Eiskunstlaufen und habe Volleyball gespielt.  Ich war Mitgründerin der Ersten Rugby-Damen-Mannschaft in Hessen, dies war mit eine der aufregendsten Zeiten gewesen“, so Ayse Tschischka.

Seit 1993 lebt Ayse Tschischka mit ihrer Familie in ihrer Wahlstadt Neu-Isenburg. Sie hat sich sofort als Sportcoach beworben, weil es für sie eine Herzensangelegenheit ist: „Ich möchte, dass sich unsere Neubürgerinnen und Neubürger hier wohlfühlen und sich zuhause fühlen. Sie sollen unser Neu-Isenburg als ihre neue Heimat kennenlernen, unseren Staat als den ihren anerkennen und sich einbringen. Durch Sport kommt man schnell zusammen und schließt Freundschaften. Als Ausgleich für Körper und Geist, für Freundschaft und Bindung. Freundschaft ist so viel wert und kostbar. Schön ist es, wenn man sie sich gegenseitig schenken möchte“.

Seit September 2015 hilft Ayse Tschischka in der Flüchtlingshilfe Neu-Isenburg und im Café Grenzenlos. Dadurch steht sie in engem Kontakt mit vielen Neubürgerinnen und Neubürgern, wie auch mit vielen weiteren Helferinnen und Helfern.  

Über das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“

2016 wurde die Stadt Neu-Isenburg in das Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ des Landes Hessen aufgenommen. Beworben hatte sich die Stadt mit einem Konzept, wie durch Sportangebote Flüchtlinge in Neu-Isenburg frühzeitig integriert werden können und einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen können. Die Stadt Neu-Isenburg erhält für die Umsetzung eine Förderung vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport. Die Höhe der Förderung richtet sich nach der Anzahl der Flüchtlinge, die in der Gemeinde, in eigenen oder Einrichtungen des Landes Hessens, untergebracht sind. Die genaue Höhe wird noch ermittelt.

Die Sportcoaches haben für die Flüchtlinge im Flüchtlingscamp aber auch die Neubürgerinnen und Neubürger regelmäßige Sport- und Bewegungsmöglichkeiten vermittelt. Diese Aktivitäten sollten helfen, Abwechslung in den Camp-Alltag zu bringen, aber auch ein Kennenlernen des deutschen Vereinslebens ermöglichen. Seit der Auflösung des Flüchtlingscamps, betreuen die Sportcoaches die Neubürgerinnen und Neubürger. Es sollen Kontakte zu Neu-Isenburger Bürgerinnen und Bürgern sowie den Sporttreibenden hergestellt werden. Im Zusammenleben und im Austausch können so Werte vermittelt werden wie zum Beispiel Gleichberechtigung, Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit oder Pünktlichkeit. Natürlich wäre es auch schön, wenn dabei auch neue Sporttalente gefunden werden würden.