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19.04.2017

Die erste höhere Schule in Neu-Isenburg wurde am 2. Mai 1867 gegründet

Eine Idee feiert 150jähriges Jubiläum

Mehrere wohlhabende Bürger von Neu-Isenburg stellten 1867 bei der Großherzoglichen Oberstudiendirektion Darmstadt einen Antrag zur Gründung einer Privatschule, die keine öffentlichen Gelder erhalten, sondern aus eigener Initiative betrieben werden sollte. Am 2. Mai 1867 wurden von Darmstadt die Gründungs- und Lehrpläne genehmigt. Den Schülern sollte danach ein Wissen vermittelt werden, das über das der Volksschule erheblich hinausging.

Wie praktisch man damals bereits dachte, zeigt der Unterrichtsplan, der sogar einen Versuchsgarten vorsah und die Einführung in die Ackerbaulehre beabsichtigte, ebenso Wirtschaftsgeographie.

Geradezu revolutionär für die damalige Zeit war, dass auch Mädchen zugelassen waren - die erste Koedukationsschule in Europa. Die nächste weiterführende Koedukationsschule wurde 1876 in Stockholm eingeführt.

Das erste, provisorische Schullokal war im Schützenhof (Frankfurter Straße), später siedelte man in das eigene Schulhaus über im „Großen Garten“, heute Karlstraße 41. Das Haus wurde 1975 umgebaut, der Grundstein im Keller ist noch erhalten.

Doch diesem ersten Versuch, der Jugend eine bessere Bildung zu ermöglichen, war kein großer Erfolg beschieden. Nach 11 Jahren musste die Schule aus finanziellen Gründen geschlossen werden, die Schüler fanden Aufnahme in anderen höheren Schulen in Frankfurt, Darmstadt oder Offenbach.

Quelle: Stadtarchiv Neu-Isenburg