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19.04.2017

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Präventive Spritzung gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners im Stadtgebiet

Die haarigen Raupen des Eichenprozessionsspinners sorgen seit mehreren Jahren auch im Rhein-Main-Gebiet für Aufregung. Die Nesselhaare der Raupen verursachen bei Hautkontakt einen unangenehmen, juckenden Ausschlag (Nesselsucht) und in Einzelfällen kommt es zu weiteren allergischen Reaktionen, insbesondere der Atemwege. Fachleute rechnen mit einem dauerhaften Gastspiel der Raupen in den nächsten Jahren. Die steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen vergrößern die Befallsgebiete nach Norden und in den unbehandelten Wäldern überleben große Populationen, die sich immer wieder auch in die Innenstädte verbreiten werden. Schneereiche, besonders kalte oder lange Winter haben keinen Einfluss auf die Spinner, da sie sich zu dieser Zeit in einem stabilen, unempfindlichen Zustand in den fast unsichtbaren Eiablagen in den Eichenkronen befinden.

 

Um die Gesundheitsgefahren für Bürgerinnen und Bürger abzuwenden wird auch in diesem Jahr in Dreieich und Neu-Isenburg eine vorbeugende Bekämpfung der Raupen im noch nicht schädlichen Jungstadium durchgeführt.

 

In diesem Frühjahr wird, abhängig von den Temperaturen und der damit einhergehenden Entwicklung der Eichenblätter, die Firma Landau aus Bad Vilbel die auf diesem Gebiet mehrjährige Erfahrung vorweisen kann, vom Boden aus vorbeugende Spritzungen durchführen. Ausgebracht wird das Mittel Dipel ES, Bacillus thuringensis - Präparat, das von den Raupen durch Blattfraß aufgenommen wird und dann ihr Absterben bewirkt. Das Mittel ist ungiftig und für den Menschen völlig ungefährlich, es schadet auch anderen Insekten, wie etwa Bienen nicht. Die Eichen werden mit dem Mittel eingenebelt. Etwa einen halben Tag lang können noch Tropfen von den Blättern herabfallen. Aus diesem Grund werden die behandelten Flächen für mindestens 5 Stunden (aus praktikablen Gründen zumeist für einen Tag) abgesperrt.

 

Die Städte Dreieich und Neu-Isenburg, die Stadtwerke und der Dienstleistungsbetrieb bitten schon jetzt um Verständnis für diese Unannehmlichkeiten. Die Arbeiten werden zwischen Ende April und Anfang Mai durchgeführt werden. Der genaue Termin, der kurzfristig festgelegt wird, da bei zu feuchter Witterung, Regen oder Gewitter die Behandlung nicht durchgeführt werden kann, wird noch bekanntgegeben. Neben einzelnen Sperrungen von Spielplätzen wird das Waldschwimmbad und der Sportpark für einen Tag geschlossen werden.

Weitere Sperrungen werden den betroffenen Einrichtungen wie etwa Kindergärten direkt mitgeteilt.

 

„Die prophylaktische Spritzung gegen den Eichenprozessionsspinner ist nach den Erfahrungen der Vorjahre sehr effektiv und verhindert fast völlig den Befall für den Sommer des gleichen Jahres. Die vorbeugende Behandlung ist nicht nur ungefährlicher, sondern auch kostengünstiger als die spätere fachmännische Entfernung der Raupennester“, so Erster Stadtrat Stefan Schmitt. Auch Privatleute mit Eichen im Garten sollten diese Möglichkeit in Erwägung ziehen. Spezielle Genehmigungen sind anders als bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nicht notwendig. Weitere Fragen zu dieser Möglichkeit beantworten gerne die städtischen Biologen unter den Telefonnummern 06102/241 720 oder 241 764.