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13.09.2017

Europarat-Kulturroute „Hugenotten- und Waldenserpfad“ ist offiziell als nationales Schwerpunktprojekt im Europäischen Jahr des Kulturerbes (ECHY 2018) ausgezeichnet

Vielfältige Aktionen sind auch Mittel- und Südhessen vorgesehen

Europa hat ein besonders reichhaltiges Kulturerbe, das aus der langen gemeinsamen Geschichte hervorgegangen ist. Anfang diesen Jahres haben die Vertreter des Rates und des Europäischen Parlaments daher ein Europäisches Jahr des Kulturerbes (2018) beschlossen. Das Programmjahr soll die Schärfung des Bewusstseins für die europäische Geschichte und die europäischen Werte schärfen und das Gefühls einer europäischen Identität stärken. Die wichtigsten Ziele dieses Europäischen Jahres sind:

die Förderung der kulturellen Vielfalt, des interkulturellen Dialogs und des sozialen Zusammenhalts;

die Hervorhebung des wirtschaftlichen Beitrags des Kulturerbes zur Kultur- bzw. Kreativbranche, einschließlich kleiner und mittlerer Unternehmen und zur lokalen und regionalen Entwicklung;

die Betonung der Rolle des Kulturerbes in den Außenbeziehungen der EU, einschließlich Konfliktverhütung, Aussöhnung nach Konflikten und Wiederaufbau von zerstörtem Kulturerbe.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen die folgenden Fragen:

Welche Möglichkeiten bietet die unser gemeinsames Kulturerbe? Welche Werte , welche kulturellen Schätze tragen Denkmäler, Stätten, Traditionen, überlieferte Kenntnisse und Formen menschlicher Kreativität, sowie Sammlungen, die von Museen, Bibliotheken und Archiven erhalten und gepflegt werden?

Welchen Herausforderungen ist das gemeinsame Kulturerbe andererseits z.B. durch die Auswirkungen der Digitalisierung, durch Umwelt- und sonstige Belastungen und durch den illegalen Handel mit Kulturgütern ausgesetzt?

Für das Europäische Jahr hat die EU Finanzmittel in Höhe von 8 Millionen € bereitgestellt.

Nationale Koordinationsstellen steuern die Realisierung der Projektmaßnahmen im Kulturerbejahr in den einzelnen EU-Staaten. In Deutschland liegt die Programmumsetzung bei Staatsministerin Prof. Dr. Monika Grüttgers, Bundesbeauftragte für Kultur und Medien der Bundesregierung. Auch die Bundesregierung hat für die Durchführung von Projekten Bundesmittel in Höhe von 3,6 Mio € bereitgestellt und Initiativen, Kommunen, öffentliche und private Körperschaften und Einrichtungen aufgerufen, Förderanträge zu stellen. Die erste Runde im Auswahlverfahren ist abgeschlossen, insgesamt 34 Projekte wurden als Förderprojekte anerkannt.

 

Die Staatsministerin teilte hierzu mit:

„Erhalt und Fortentwicklung unseres gemeinsamen Kulturerbes sind gerade angesichts des tiefgreifenden Wandels der gesellschaftspolitischen Ordnung eine wichtige Aufgabe. Die Auseinandersetzung mit dem europäischen Kulturerbe in Vergangenheit und Gegenwart offenbart verbindende und identitätsstiftende Beziehungen über nationale Grenzen hinweg. Hierin wurzeln Identität, gemeinsame Werte und die Bereitschaft, trotz aller Unterschiede die Zukunft miteinander zu gestalten. Die jetzt geförderten Projekte bieten neue Perspektiven und Zugänge zum kulturellen Erbe, regen an zu Entdeckerfreude, Auseinandersetzung und Selbstvergewisserung und tragen dazu bei, insbesondere Kinder und Jugendliche für das Kulturerbe zu begeistern. Die Bundesregierung leistet damit einen sichtbaren Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018, das unter dem Motto ‚Sharing Heritage‘ steht.“

Zu den ausgewählten Projektträgern gehört auch der Verein Hugenotten- und Waldenserpfad e.V. mit Sitz in Neu-Isenburg. Der Verein trägt die gleichnamige Europarat-Kulturroute auf ihrem Verlauf durch Deutschland und ist Teil eines europäischen Trägervereins. Mit seinem Projektantrag und den verschiedenen darin enthaltenen Projektmaßnahmen und Aktionen möchte der Verein darauf hinwirken, dass das reiche Kulturerbe der Glaubensflüchtlinge Hugenotten und Waldenser zum einen in der Erinnerung erhalten bleibt – z.B. durch praktische Auseinandersetzung mit dem Bauen, Wohnen und Wirtschaften in früheren Zeiten. Zum anderen möchte er mit den historischen gesellschaftlichen Phänomenen Flucht, Exil, Migration wie auch Integration in Europa auch einen aktuellen Bezug zur Gegenwart und zu Gesamteuropa setzen.

Vereinsvorsitzender  Bürgermeister Herbert Hunkel in der Hugenottenstadt Neu-Isenburg freut sich: „Mithilfe der Förderung kann der Verein nun im kommenden Jahren eine Reihe spannender Maßnahmen entlang der 1.000 km Wegstrecke in Hessen und in Baden-Württemberg durchführen. Auf die ausgesprochene Anerkennung als Bundesprojekt dürfen wir zu Recht stolz sein. Sie zeigt auch, dass die Geschichte der Hugenotten und Waldenser zu den bedeutenden Elementen des europäischen Kulturerbes gehört“.

Folgende Aktionen sind im Gesamtprojekt für Mittel- und Südhessen geplant:

Im Mittelpunkt stehen Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen, z.B. :

Elektronische Schnitzeljagden mit Multicaches- für Familien und Jugendgruppen

Wandern mit Grundschulklassen

Lebenskultur-Entdeckungen mit Medien-Präsentation in sozialen Netzwerken

-Führungen und Kulturwanderungen mit Erwachsenen

-Tagung „Kulturerbe Märchen“ in der Stadt Hanau

Die Vorbereitungen beginnen in Kürze. Der Verein „Hugenotten- und Waldenserpfad“ freut sich auf eine gute Resonanz auf seine Angebote. Ideen und Unterstützung zur Umsetzung sind dabei herzlich willkommen.

 

Informationen und Kontakte:

Hugenotten- und Waldenserpfad e.V.

Europäische Kulturroute des Europarats

c/o Büro Dr. Buchenauer

Tel. und Fax:  0049-6421-47673

Großseelheimerstr.8

35039 Marburg

Deutschland

www.hugenotten-waldenserpfad.eu

www.surlespasdeshuguenots.eu

info@hugenotten-waldenserpfad.eu