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08.11.2017

Straßenkunst in Neu-Isenburg

Kai Lippok gestaltet Fassade in der Hermesstraße gemeinsam mit Kindern des Familienzentrums Gartenstraße

Statt einem neuen Anstrich soll die 160 Quadratmeter große Fassade in der Hermesstraße nun zur Straßenkunst werden. Der renommierte Neu-Isenburger Künstler Kai Lippok beginnt mit den vorbereitenden Arbeiten am nächsten Samstag, 11. November. In der darauffolgenden Woche, vorausgesetzt das Wetter spielt mit, wird er dann tatkräftig von Kindern des Familienzentrums Gartenstraße unterstützt. Dabei erleben die Kinder nicht nur wie Kunst entsteht, sondern dürfen aktiv mitgestalten. Insgesamt rechnet Kai Lippok mit acht Malsitzungen, bis das Wandgemälde fertig ist. Das Motiv ist eine Mischung aus malerischen und grafischen Elementen. Der Hintergrund wird in einem breiten Farbspektrum angelegt, darüber entstehen grafische und schematische Gebäudeumrisse. Auch bei diesem Werk wird die Handschrift Lippoks deutlich, denn im Fokus seiner Arbeiten stehen die Linie und die Bewegung. Dadurch wirken die Bilder gestisch.

„Ich beschreibe meine Arbeit als grafformel und beziehe mich damit auf die Grundhaltungen des Graffiti und der informellen Kunst. Form und Farbe verbinden sich in neuen Reizen, um assoziative Eindrücke zu bilden, neben Auflösungen, in denen die Abstraktion ihr Absolut in der Ungegenständlichkeit findet und Form und Farbe für sich selbst stehen. Das Fundament meiner Kunst bildet die Geste und ihr Wirken im Bildraum. Mimetische Konstruktionen modellieren Momentaufnahmen, die nach ästhetischem Empfinden bis zur möglichen Vollendung führen“, so Kai Lippok.

Weil auch ihm die Idee gefiel und Farbe sein Metier ist, spendete Markus Leonhardt, Geschäftsführer Kraft GmbH Offenbach  (ARTA Unternehmensgruppe), die bunten Farben im Wert von rund 1.500 Euro für das neue Straßenkunst Projekt.

Für die kleinen Künstler im Alter zwischen 8 und 10 Jahren ist Kai Lippok nicht nur ein großer Künstler, sondern vor allem auch täglicher Begleiter, der gemeinsam mit ihnen die Nachmittage, im Freizeitbereich des Familienzentrum Gartenstraße für die Schulkinder der Hans-Christian-Andersen-Schule gestaltet.

Es war für uns alle ein wahrer Glücksfall, dass sich Kai Lippok nach seiner Hospitation im Jahr 2011 entschieden hat, zunächst als Honorarkraft und seit 2015 als Erzieher bei uns zu bleiben“, so Gabriele Zimmermann, die Leiterin des Kinder- und Familienzentrum Gartenstraße.

Kai Lippok wurde 1987 in Seeheim-Jugenheim geboren und lebt seit 2010 in Neu-Isenburg. Von 2008 bis 2015 studierte er Kunstpädagogik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und beendete sein Studium als Magister.

Der Künstler Kai Lippok reüssierte mit zahlreichen Ausstellungen, in Neu-Isenburg zuletzt 2016 in der Stadtgalerie in der Werkschau „Grafformelle Kunst“. Ein „echter“ Lippok hängt auch im Treppenhaus des Rathauses in der Hugenottenallee. Hier ist eine frei umgesetzte, mit dem Marker und in Acryl angelegte Stadtansicht von Neu-Isenburg zu sehen unter dem Titel „The City“.

Wenn man mit Kai Lippok über Kunst spricht, versteht man, warum die Kinder im Familienzentrum Gartenstraße ihren Erzieher so lieben. Normalerweise arbeiten Magister-Kunstpädagogen in Museen, Galerien und Stiftungen – meistens mit Erwachsenen. Kai Lippok hingegen hat sich jedoch bewusst für die Arbeit mit Kindern entschieden. „Ich liebe den Freiheitssinn der Kinder. Sie gehen neugierig auf alles zu und erforschen die Welt mit eigenen Augen. Oft gehen diese Anlagen im Schulsystem unter. Im Unterricht werden Problem und Lösungen vorgegeben. Ich möchte mit der Kunst dem entgegensteuern und die Kinder weiter anregen, nach eigenen Wegen zu suchen.“

Den entsprechenden „Raum“ dazu finden die Kinder im „Atelier“ im Familienzentrum Gartenstraße, dass gerade erweitert wird. Dort findet das künstlerisch-kreative Angebot statt. Häufig kommen die Kinder mit eigenen Ideen zu Kai Lippok und finden dort verschiedene Materialien warten auf die Kinder zum Malen und Zeichnen.

„Ich möchte die Freude für eigene Problemstellungen wecken und bei der Lösung begleiten“, charakterisiert Lippok seine Arbeit, „für mich ist ein guter Pädagoge wie das Geländer an einer Treppe. Es ist da, wenn es sein muss.“

Weitere Informationen über den Künstler Kai Lippok unter http://www.kailippok.com/Aktuelles/