Lärmobergrenze Flughafen Frankfurt in Kraft getreten

Stadt Neu-Isenburg kämpft weiter für Lärmminderung

Seit dem 7. November 2017 ist die freiwillige Vereinbarung zur Lärmobergrenze (LOG) für den Flughafen Frankfurt am Main in Kraft getreten. Damit will die Hessische Landesregierung den Lärm tagsüber (zwischen 6 Uhr und 22 Uhr) im Rhein-Main-Gebiet begrenzen. Da es nachts, also in den Randstunden von 22 Uhr bis 23 Uhr und von 5 Uhr bis 6 Uhr, bereits eine Begrenzung der Flugbewegungen gibt, ist für die Nacht keine LOG festgelegt worden.

Für die geplante Lärmobergrenze werden Flächen festgelegt; die durch   einen bestimmten Dauerschallpegel (60 bzw. 55 dB(A)) begrenzt und nicht größer werden dürfen. Die Konturen dieser Flächen sind um 1,8 dB(A) niedriger als der im Planfeststellungsbeschluss prognostizierte Lärm bei 701.000 Flugbewegungen. Durch den Flächenbezug der LOG wird jedoch nicht verhindert, dass es beispielweise in Neu-Isenburg auch lauter werden könnte. Dies wäre beispielsweise möglich, wenn neue oder geänderte Flugverfahren eingeführt werden würden, die zu anderen Lärmverteilungen führen könnten. Obwohl in den Nahbereichen, zu denen auch Neu-Isenburg gehört, eher geringe Veränderungen zu erwarten sind. Dies zeigt beispielsweise auch die Auswertung der Lärmmessstation in der Zeppelinstraße, die keine Hinweise auf eine Verschlechterung der Lärmsituation in Neu-Isenburg ergab. Im Gegenteil: seit Beginn der regelmäßigen Messungen im Jahr 2000 waren die Jahre 2015 und 2016 die leisesten. 

Grundsätzlich begrüßt die Stadt Neu-Isenburg Maßnahmen, die dazu beitragen, den Lärm zu reduzieren, hält aber weiterhin an den Forderungen ihres Positionspapiers von 2012 fest, in dem Handlungsempfehlungen zur Lärmminderung konkret benannt werden. Außerdem wird ein regelmäßiges Gesundheitsmonitoring der lärmbetroffenen Bevölkerung gefordert.

„Selbst ein Einfrieren des Lärms auf das derzeitige Niveau ändert nichts daran, dass die Bürgerinnen und Bürger rund um den Flughafen der Belästigung und den ernstzunehmenden gesundheitlichen Gefahren auch weiterhin ausgesetzt sein werden“, so Bürgermeister Herbert Hunkel, „wir fordern eine jährliche Lärmminderung des jetzigen Fluglärms um 0,4 dB(A) und keine starren Lärmobergrenzen. Zumal es sich dabei um eine freiwillige Vereinbarung handelt, die keine rechtlich bindenden Maßnahmen beinhaltet.“

Nur Konzepte, die auf eine kontinuierliche Verringerung des Lärms zielen, indem sie eine dynamische Komponente enthalten, schaffen Anreize zur Entwicklung und zum Einsatz leiserer Flugzeuge. Allein durch eine zügige Flottenmodernisierung könnte der aktive Schallschutz entscheidend vorangetrieben werden. Eine weitere Verminderung könnte beispielsweise durch verbesserte Anflugverfahren, Reduzierung von Bodenlärm und Änderungen an Fahrwerk und Landeklappen erreicht werden.