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Forschungsprojekt der Schader-Stiftung

„Integrationspotentiale in kleinen Städten und Landkreisen“

Von Sommer 2009 bis Herbst 2011 hat Neu-Isenburg am Forschungsprojekt „Integrationspotentiale in kleinen Städten und Landkreisen“ teilgenommen. Projektträger war die Schader-Stiftung. Partner bei der Durchführung waren das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie der Deutsche Landkreistag.Am Projekt nahmen insgesamt 12 Städte in acht Kreisen teil.  Ziel der Forschung war nicht die Evaluation der Integrationsarbeit der einzelnen Kommunen, sondern eine bundesweit vergleichende Analyse der Integrationspotentiale in kleinen Städten. Die zentralen Ergebnisse für Neu-Isenburg haben gezeigt, dass die Stadt durch eine Vielfalt an integrationspolitisch relevanten Projekten gekennzeichnet ist. Zukünftige Potentiale liegen in der weiteren Vernetzung von Akteuren und Institutionen und in der strategischen Ausrichtung und Querschnittsorientierung der Integrationsaufgabe. Hierfür wird eine Verankerung integrationspolitischer Arbeit durch eine beim Bürgermeister angesiedelte Stabstelle empfohlen. (Das letztere bezieht sich auf Punkt 1 und wurde inzwischen umgesetzt. Seit 2012 ist der Bereich Integration durch eine Stabsstelle vertreten.)   Hinweise über die Ausgangslage und Handlungsempfehlungen werden in den folgenden vier Schwerpunktbereichen präsentiert:

1. Integrationsstrukturen und interkulturelle Öffnung der Stadt Neu-Isenburg
• Ausgangslage: Die - auch im Vergleich zu den anderen untersuchten Städten -sichtbare intergrationspolitische Vorreiterrolle Neu-Isenburgs spiegelt sich insbesondere im Kinder- und Jugendbereich wieder.  Darüber hinaus  hat die Positionierung des Bereichs  „Integration“ in einem eigenen Dezernat der politischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Integrationsaufgabe großes Gewicht gegeben.  In den zehn Jahren seines Bestehens hat das Dezernat für Integration eine Entwicklung durchgemacht, die von den „Hilfen für Ausländer“ bis zum sogenannten Diversity Management, der Gestaltung von Vielfalt, geführt hat. Um diese neue Aufgabe wahrzunehmen und  durchzuführen ist es nun wichtig, Integration als Querschnittsthema städtischer Verwaltung stärker zu verankern.
• Handlungsmöglichkeit: Implementierung einer neuen kommunalen Integrationsstruktur durch die Gründung einer ‚Stabsstelle Integration‘, die mit genügend Personalressourcen ausgestattet und direkt beim Bürgermeister angesiedelt werden soll. Dies kann einen wesentlichen Beitrag zur strategischen Ausrichtung und Querschnittsorientierung kommunaler Integrationspolitik leisten. Die Stabstelle sollte auch für die Weiterentwicklung des Integrationskonzeptes der Stadt und die Thematisierung und Begleitung des Prozesses der interkulturellen Öffnung innerhalb der Verwaltung zuständig sein. Zudem sind interkulturelle Fortbildungen der städtischen Mitarbeiter strukturell und flächendeckend zu verankern.
2. Bildungsmanagement
• Ausgangslage: N.I. hat eine Vorreiterrolle durch innovative Projekte und Strukturen (z.B. Familienzentren, Koordination Kita-Bereich, FAMILIENwerkSTADT, Projekt Mit Familien für Familien).

Es zeichnet sich aber auch eine Ungleichheit in den räumlichen Bildungschancen: in drei der städtischen Kitas ist der Anteil an Kinder mit Migrationshintergrund überproportional (ca. 90%). 

• Handlungsmöglichkeiten: kleinräumiges kommunales Bildungsmanagement stärken. Es erscheint sinnvoll zunächst den Grad der „Bildungssegregation“ durch vorhandene Daten zu überprüfen. Es sollten Kriterien entwickelt werden, die die Herausforderungen der unterschiedlichen Einrichtungen abbilden können. Diese Datenlage kann sukzessiv nach Bedarf um weitere Daten ergänzt werden, um mittelfristig zentrale Eckdaten eines kleinräumigen Sozial-/Bildungsmonitorings zu erstellen.

3. Sozialraum
• Ausgangslage: Derzeit wird das Prinzip der Sozialraumorientierung in Neu-Isenburg insbesondere im Programmgebiet der Sozialen Stadt verfolgt. Wichtige räumliche Anknüpfungspunkte bieten sich in der Stadt darüber hinaus auch z.B. durch die Bildungseinrichtungen (u.a. Kinder- und Familienzentren) sowie das ausgebaute Beratungsnetz für Senioren.
In Neu-Isenburg bestehen jedoch  - wie auch in den anderen Untersuchungsstädten - besondere Zugangsschwierigkeiten zu den benachteiligten Milieus (Bsp. Elternarbeit). Hinzu kommt im Neu-Isenburger Kontext eine hohe Fluktuation der Bevölkerung, die die Bedarfsorientierung und Zielgruppenbezüge erschwert.
• Handlungsmöglichkeiten: Potenziale und Herausforderungen aus dem Programmgebiet „Soziale Stadt“ sollten als Impuls für sozialräumliches Handeln auch über den Quartierskontext Stadtquartier West hinaus diskutiert und konstruktiv genutzt werden. Es geht vorwiegend nicht darum, neue Angebote und Räumlichkeiten zu schaffen, sondern die vorhandenen (z.B. Stadteilberatung, Betreutes Wohnen) auf ihre Zugänglichkeit zu überprüfen und auch zukünftig beispielsweise zentrale Orte wie die Bibliothek in die Arbeit verstärkt einzubeziehen.

4. Vereine als Motoren der Integration
• Ausgangslage: Die ökonomischen und personellen Ressourcen der Selbstorganisation von Migranten sind in Neu-Isenburg  - wie auch in den anderen Untersuchungsstädten - sehr begrenzt. Entsprechend wird es zukünftig immer wichtiger, über die Kulturvereine hinaus Plattformen der Verständigung und des Austausches zu schaffen, die an den Alltag der Bewohner anknüpfen.

• Handlungsmöglichkeit: Es gilt seitens der Kommune, durch Austausch mit den vor Ort ansässigen und aktiven Vereinen die jeweiligen Mitstreiter im Prozess der interkulturellen Öffnung zu identifizieren. Wünschenswert wäre es, diese s z.B. auch in Austausch mit den jeweiligen Dachverbänden (z.B. DOSB, HTB) weiter zu qualifizieren. Möglich ist zudem eine gemeinsame - von Kommune oder Kreis begleitete - Entwicklung von vereinsübergreifenden Zielsetzungen interkultureller Öffnung. Vereinstandems sind für den gruppenübergreifenden Austausch (vgl. Landkreis „Vereine aktiv für Integration“) und zur Optimierung von räumlichen und personellen Ressourcen sowie Zielgruppenzugängen hilfreich.