Gravenbruch

Neu-Isenburgs Wohnstadt mit Flair

Die Geschichte Gravenbruchs reicht bis in das Ende des 16. Jahrhunderts zurück: 1586 legte Junker Sebastian von Heusenstamm, der spätere Erzbischof von Mainz, mitten im Bruch (mittelhochdeutsch: bruoch = Moor, Sumpf) einen befestigten Hof an. Dieser wurde im 18. Jahrhundert umgebaut, 1908 durch einen Anbau erweitert.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg erhaltenen Teile wurden in einen umfangreichen Hotelbau einbezogen. Die bis dahin selbstständige Gemarkung „Grafenbruch“ wurde am 13. März 1957 aufgelöst und in die angrenzenden Gemeinden Neu-Isenburg, Heusenstamm und Sprendlingen eingemeindet.

Mit dem Bau der heutigen „Wohnstadt Gravenbruch“ konnte am 5. Dezember 1960 begonnen werden, nachdem die Stadt Neu-Isenburg zugestimmt – ihre Bedingung war, dass ihr durch diese Wohnstadt keine zusätzlichen Kosten entstehen –und der Regierungspräsident in Darmstadt das Projekt genehmigt hatte.

Den Bedenken wegen einer Verringerung der Waldfläche im Rhein-Main-Gebiet wurde entgegengehalten, dass es sich um einen durch 14 Luftangriffe zerbombten Wald handelt, der wirtschaftlich gar keine und als Erholungsgebiet nur noch ganz geringe Bedeutung habe.

Gravenbruch hat einige Besonderheiten aufzuweisen: Der Ort lehnt sich nicht an den Kern eines unmittelbar anschließenden Ortsteils an. Es handelt sich bei Gravenbruch um ein reines Wohngebiet. Daher wurde schon in der Grundkonzeption festgelegt, den Durchgangsverkehr fernzuhalten. Somit führt eine leicht geschwungene Hauptstraße durch das gesamte Wohngebiet und kehrt am Ostende in einer großen Schleife zu sich selbst zurück. Die meisten Nebenstraßen sind Stichstraßen, enden in einem Wendekreis und dienen nur dem Anliegerverkehr.

Infrastruktur: Die meisten Bedürfnisse der Bewohner sollen im Wohnviertel befriedigt werden können. Daher wurde schon im ersten Bauabschnitt ein Einkaufszentrum errichtet, später kam ein zweites Ladenzentrum hinzu. Gravenbruch hat eine evangelische und eine katholische Kirche. Neben der seelsorgerischen Betreuung liefern beide Kirchen durch ihre Jugend- und Erwachsenen-Arbeit sowie durch ihre öffentlichen Büchereien und Veranstaltungen einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen und sozialen Leben in diesem Stadtteil.

Für die Kinderbetreuung stehen gleich mehrere Kindergärten, ein Kinderzentrum sowie die Ludwig-Uhland-Grundschule bereit. Ein von den Bürgerinnen und Bürgern gewählter Ortsbeirat kümmert sich um die kommunalpolitischen Belange des Stadtteils.

In Gravenbruch gibt es:

  • ein modernes Einkaufszentrum
  • eine Zweigstelle des Neu-Isenburger Bürgeramtes
  • eine großzügige Tennishalle des Vereins „Foresta e.V. Gravenbruch“
  • eine Ballsportanlage
  • ein Jugendzentrum
  • viele öffentliche Spielplätze