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Stadtbäume in Not

Pressemitteilung DLB (Dienstleistungsbetrieb Dreieich und Neu-Isenburg AöR)

Anstieg der Jahresdurchschnittstemperaturen, Extremsommer 2018, Saharahitze sowie weiterhin Wassermangel und fehlende Niederschläge… 

Die Lebensbedingungen für unsere Bäume in der Stadt werden zunehmend schlechter. Das zeigt sich auch am Zustand des Baumbestandes. Deutlich mehr Bäume als in den Vorjahren mussten im Winter/Frühjahr, aber auch aktuell, gefällt werden.

Zukünftig werden größere Anstrengungen als bisher notwendig sein um einen gesunden Baumbestand zu etablieren und zu erhalten. 

Die Stadtbäume leiden besonders seit dem Extremsommer 2018 unter der enormen Hitze und der anhaltenden Trockenheit. Einige Bäume sind abgestorben, viele sind vitalitätsgeschwächt und anfällig für Krankheiten. „Besonders Fichten, Birken und Bergahorne sterben reihenweise ab, auch im Privatbaumbestand. Eine rasche Entnahme abgestorbener Fichten auch im Privatbestand ist anzuraten, weil sonst die Borkenkäfer in der Nähe stehende vitalitätsgeschwächte Fichten befallen. Aber auch viele Kiefern und Buchen sind im Frühjahr abgestorben. Die geschwächten Kiefern wurden vom sogenannten Kieferntriebsterben erfasst, alleine im Sportpark mussten im Frühjahr 70 stattliche Exemplare gefällt werden. Zwischenzeitlich sind dort weitere Bäume abgestorben, die gefällt werden müssen. Danach hat das Buchensterben begonnen. Die fehlenden Winter- und Frühjahrsniederschläge haben viele Buchen nicht mehr verkraftet.“ resümiert Sylvio Jäckel von der DLB AöR. Die betroffenen zehn Bäume im Sportpark werden am kommenden Mittwoch, 07. August, gefällt.

Erster Stadtrat Stefan Schmitt: „ Die Folgen des Klimawandels sind somit auch in Neu-Isenburg deutlich sichtbar und haben sehr negative Auswirkungen. Wir müssen unseren Fokus auf diese für alle Städte neue Problematik neu ausrichten und alles daran setzen, um unseren Baumbestand in der Stadt, wo immer es geht, zu erhalten und unsere grüne Lunge somit zukunftsfähig zu machen!“

Die DLB AöR ist in den Sommermonaten mit mehreren Bewässerungsfahrzeugen unterwegs. Neben den vielen Sommerflorbeeten, Neuanpflanzungen und wertvollen Grünanlagen werden auch insbesondere Jungbäume, vom ersten bis zum fünften Standjahr, gegossen. Diese sind besonders gefährdet, da sie durch die Pflanzung ein noch zu geringes Wurzelwerk haben um genügend Wasser aufzunehmen. Zur Vermeidung von Ausfällen bei den Jungbäumen mussten die Bewässerungsgänge bereits deutlich erhöht werden.

„Im Jahr 2018 hatten wir im Vergleich zu 2017 einen doppelt so hohen Wasserverbrauch. Die Kosten für den Arbeitseinsatz steigen entsprechend.“ erläutert Petra Klink, Vorstand der DLB AöR. „Da sich die in 2018 als Versuch für Dreieich angeschafften Wassersäcke bewährt haben, werden diese auch in Neu-Isenburg zukünftig häufiger zum Einsatz kommen.“ Der Wassersack empfiehlt sich, da das Wasser bei einer Bewässerung mit dem Schlauch die Wurzeln häufig nicht erreicht, sondern oberflächlich abläuft. Insbesondere wenn der Boden sehr trocken ist, wird das Gießwasser kaum aufgenommen. Der Sack gibt das Wasser in kleinen Mengen über sechs bis acht Stunden ab und garantiert dadurch, dass das Erdreich das Wasser auch aufnimmt und die Wurzeln versorgt. Gleichzeitig wird auch eine deutliche Zeitersparnis erzielt.

Der Durst der Pflanzen ist für die DLB-Mitarbeiter jedoch alleine kaum zu bewältigen. „Die bewässerten Flächen sind bei hohen Temperaturen bereits ein bis zwei Tage später wieder trocken!“ so Klink weiter. Erster Stadtrat Stefan Schmitt bittet die Bürgerinnen und Bürger, an deren Häuser städtische Jungbäume stehen, um Unterstützung: „Wem es möglich ist, der darf gerne zur Gießkanne greifen und zum Überleben der Bäume mit Wassergaben beitragen. Es wäre schön, wenn sich noch mehr Bürgerinnen und Bürger als Baumpaten engagieren.“ Wer eine Baumpatenschaft übernehmen will, kann sich bei der DLB AöR im Bereich Grün-Spiel-Sport unter der Telefon 06102 3702 399 melden.

Doch mit Wässern alleine ist es in Zukunft nicht getan. Es sind weitere Anstrengungen und Veränderungen notwendig um den Baumbestand in Neu-Isenburg zukunftsfähig zu machen. So können viele Baumarten, die früher gerne in Neu-Isenburg verwendet wurden, zukünftig nicht mehr gepflanzt werden, da ihre Lebensdauer sehr eingeschränkt ist.  Fichten, Birken oder Bergahorne sind mittlerweile absolut tabu, aber auch Arten wie Platanen und Roteichen werden nur noch in Ausnahmefällen Verwendung finden. „Verstärkt zum Einsatz kommen Baumarten, die das Klima ertragen, das wir in unserer Stadt in den kommenden Jahren erwarten. Darunter sind zum Beispiel der Französische Ahorn, die Blumenesche oder der Amberbaum, der auch schon an einzelnen Stellen in der Stadt getestet wurde. Aber auch heimische Bäume wie Feldahorn und Kornelkirsche, die früher wenig verwendet wurden, werden stärker zum Einsatz kommen.“ erläutert Sylvio Jäckel.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist schließlich auch die Baumgrube, also der dem Baum zur Verfügung stehende unterirdische Raum. Kleinste Grünstreifen wird es zukünftig nicht mehr geben. Ein langfristiges Überleben von Bäumen ist dort unter heutigen Bedingungen nicht mehr möglich. Der unterirdische Standraum muss zukünftig größer als bisher ausfallen um dem Baum notwendige Lebensbedingungen zu schaffen. Auch diese Maßnahme bedeutet zwar zunächst finanzielle Mehraufwendungen bei der Baumpflanzung für die Stadt, die sich über die verlängerte Standzeit der Bäume und geringeren Pflegekosten aber mittelfristig auf jeden Fall rechnet. Als Beispiel einer entsprechend umgesetzten Maßnahme ist hier die Pflanzung von zwei Blaseneschen mit entsprechenden unterirdischen Pflanzvorrichtungen im Alten Ort zu nennen, die vor wenigen Jahren umgesetzt wurde.