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Kranzniederlegung am Gedenkstein im Schindkautweg am 29. Januar

Zum stillen Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges und als Mahnung gegen den Krieg findet auch in diesem Jahr, am 29. Januar, um 15 Uhr, die Kranzniederlegung am Gedenkstein der ehemaligen Flakstellung im Schindkautweg statt. Wegen der aktuellen Corona-Pandemie kann diese Veranstaltung nur im kleinen Kreis stattfinden. Stellvertretend werden Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner und Bürgermeister Herbert Hunkel teilnehmen. „Uns ist es wichtig, auch in diesen Zeiten ein Zeichen zu setzen, gegen das Vergessen und diesen menschenverachtenden Krieg. Nie dürfen wir vergessen, welches Leid und Elend dieser gebracht hat“, so Bürgermeister Herbert Hunkel.

Über die Geschichte dieser Flakstellung in der Ostgemarkung der Stadt Neu-Isenburg hat der Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur Neu-Isenburg (GHK) e.V. eine Dokumentation herausgegeben. Das Autorenteam Dr. Wilhelm Ott und Dr. Ferdinand Stegbauer recherchierte in bislang unveröffentlichten Quellen und interviewte zusätzlich Zeitzeugen, die ein sehr eindrucksvolles und differenziertes Bild ermöglichen. Die Broschüre ist in allen Buchhandlungen, in der Stadtbibliothek und im Bürgeramt zum Selbstkostenpreis von 15 Euro erhältlich. 

In der Ostgemarkung in Neu-Isenburg mussten Schüler und Soldaten ihren Dienst an den Flugabwehrkanonen leisten. Die häufig erst vierzehnjährigen Luftwaffenhelfer, Oberschüler aus Offenbach und dem Kreis Offenbach, wurden jahrgangsweise aus ihren Schulen zum Flakdienst geholt. Bei dem Bombenabwurf am 29. Januar 1944 starben fünf jugendliche Luftwaffenhelfer, vier kriegsgefangene „Hilfswillige“ und der 28jährige Geschützführer Josef Niggel. Zwei der getöteten Schüler waren die erst 15jährigen Isenburger Klaus-Dieter Johannsen und Gerhard Siebenborn. Wie die Überlebenden Luftwaffenhelfer berichteten, leisteten sie ihren Dienst in der Gewissheit, Volk und Vaterland zu verteidigen. Erst später wurde ihnen bewusst, dass sie ihre Jugend einem verbrecherischen System opfern mussten. Geblieben sind oftmals nur die traumatischen Erinnerungen.

Dank den Forschungen von Dr. Ott und der Unterstützung des GHK, wurde eine besonders gut erhaltene Flakstellung im Brüllochsenweg in der Luderbachaue 2018 in die Denkmalschutzliste des Landes Hessens aufgenommen.