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Gefunden im Stadtarchiv: Die Waldbahn

Neu-Isenburger Anzeigeblatt Freitag, 22. April 1921

Vor hundert Jahren drohte die Stadt Frankfurt die Waldbahn einzustellen – heute wird darüber geredet, die Straßenbahn bis nach Langen zu verlängern.

Im Neu-Isenburger Anzeigeblatt Freitag, 22. April 1921, war zu lesen: 

Die Drohung der Stadt Frankfurt mit der Einstellung der Waldbahn ist noch keineswegs behoben. Frankfurt verlangt von unserer Gemeinde und von Schwanheim einen namhaften Zuschuß zur Deckung des Defizits in den Betriebsorten. Unsere Stadtväter haben die geforderte Summe bislang noch nicht bewilligt. Sie stehen auf dem Standpunkt, den Zuschuß der Gemeinde nicht allein aufbürden zu können, sondern, daß diejenigen Geschäftsleute, deren Existenz mit der Waldbahn steht und fällt, zu der Deckung mit herangezogen werden müssen. In Verfolg dieser Ansicht, die in der letzten nichtöffentlichen Sitzung geäußert wurde, lädt der Bürgermeister die in Betracht kommenden Interessenten zu einer Besprechung auf nächsten Montag in den Gemeindesitzungssaal ein.

Zum Glück konnte sich geeinigt werden, und der Gemeinderat der Stadt Neu-Isenburg bewilligte einen Zuschuss zu den Betriebskosten, nach einer nichtöffentlichen Sitzung am 29. April 1921. Mit der Zahlung von 20.000 Mark wurden aber auch folgende Wünsche geäußert:

  1. „Einlegung eines oder zweier Züge am Sonntag vormittag;
  2. Einlegung eines Zugpaares ab Isenburg 10.00 oder 10.30 Uhr abends (Apfelweinzug), der auf der Rückfahrt insbesondere die Theaterbesucher mitnehmen könnte, event. unter Festsetzung eines erhöhten Fahrpreises für beide Züge.
  3. Ermäßigung der Monatskarten von 70 Mark auf 50 Mark , wodurch zweifelsohne wieder mindestens 100 Personen von der Main-Neckar-Bahn zur Waldbahn zurückkehren und dieser, ohne Entstehung von Mehrkosten, etwa 5000 Mark in Monats Mehreinnahmen erbringen würden,
  4. Einlegung eines Zuges am Samstag nachmittag ab Frankfurt 1.45 Uhr, da viele Geschäfte um 1 Uhr schlißen und dann Arbeiter wie Angestellte den Zug um 1.11 Uhr nicht erreichen könnten.

Hoffentlich haben die Bemühungen um Verkehrsverbesserungen Erfolg.“

Am 4. Februar 1889 hielt die Frankfurter Waldbahn, die mit einer Dampflokomotive betriebene Straßenbahn, zum ersten Mal an der heutigen Straßenbahn-Haltestelle in Neu-Isenburg. Am 5. Oktober 1929 verkehrte der letzte dampfbetriebene Zug. Von den Einrichtungen der Waldbahn sind noch die Stationsgebäude und Wagenhallen in Neu-Isenburg erhalten.

Von Anfang an war umstritten, welchen Verlauf die Bahnlinie nehmen sollte, die von den ersten Planungen her eine Weiterführung über Neu-Isenburg hinaus bis nach Langen vorsah.

Ein Projekt, das in Darmstadt wenig Anklang fand. Dazu schreibt das Neu-Isenburger Anzeigeblatt am 18. März 1887: „Das Projekt einer Dampfstraßenbahn Frankfurt – Isenburg – Langen scheint auch in Darmstadt, wir möchten sagen, gefürchtet zu werden. Denn anders können wir es uns nicht erklären, dass die Darmstädter Handelskammer dieser Tage den Beschluss fasste, in einer Eingabe an das Großherzogliche Ministerium sich dazu zu verwenden, dass auf keinen Fall die Genehmigung des Baues einer Linie Langen – Frankfurt erteilt werde.“ Man befürchtete, dass Arbeitnehmer in großer Zahl aus Sprendlingen, Langen und Dreieichenhain ins preußische Frankfurt zur Arbeit strömen würden, anstatt im Land zu bleiben und durch ihre Arbeit dem hessischen Großherzogtum Nutzen zu bringen. Anders reagierte von Anfang an die Stadt Frankfurt. Sie hatte großes Interesse an Pendlern, die zum Arbeiten aus dem Umland so viel bequemer und schneller nach Frankfurt kommen konnten als mit der schlecht zu erreichenden Bahnstation (dem heutigen Neu-Isenburger Bahnhof) der Main-Neckar-Bahn. Außerdem erkannte Frankfurt schon die Naherholungsmöglichkeit für ihre Bürgerinnen und Bürger in dem bis dahin etwas abgelegeneren Teil des Frankfurter Stadtwaldes.

Die Konzession zum Bau der Waldbahn-Linie wurde der Lokalbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Hostmann & Co. in Hannover übergeben. Man rechnete fest damit, dass die Bahn Frankfurt – Isenburg nicht etwa vor den Toren Isenburgs Halt machen werde, sondern bis Sprendlingen oder Dreieichenhain weitergeführt werden würde, da auf die Gewährung der Konzession an den Unternehmer von Seiten der hessischen Regierung gerechnet wurde. Doch diesem und einem weiteren Vorstoß blieb der Erfolg versagt – in Darmstadt wollte man keine direkte Verbindung hessischer Orte nach Frankfurt.

Potenzialstudie zur Tram-Verlängerung

Hundert Jahre später wird ein Meilenstein der interkommunalen Entwicklung im Rhein-Main-Gebiet, wie es der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nennt, verwirklicht: Es soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geprüft werden, ob die Straßenbahn Linie 17 künftig bis nach Langen fahren kann.

Die Städte Dreieich, Frankfurt am Main und Neu-Isenburg hatten im Frühjahr 2020 vereinbart, gemeinsam zu untersuchen, welches Potenzial eine Straßenbahn von Frankfurt über Neu-Isenburg nach Dreieich hat. 2021 unterschrieb auch die Stadt Langen die Kooperationsvereinbarung zur Machbarkeitsstudie.

Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel erklärt die Beweggründe, sich an dem Projekt zu beteiligen: „Sowohl Neu-Isenburg als auch Dreieich werden nur am Rande von den S-Bahn-Linien nach Langen und Darmstadt erschlossen. Ich kann mir von einer Straßenbahn in Verbindung mit der Regionaltangente West eine spürbare Entlastung vom automobilen Berufspendler und eine Stärkung unseres Einkaufsstandorts vorstellen.“

Im Mai 2019 wurde in Neu-Isenburg das Mobilitätskonzept 2030 beschlossen. Darin wurde mit verschiedenen Szenarien untersucht, wie eine umweltfreundliche und effiziente Verkehrsplanung für Neu-Isenburg aussehen kann, wie der Verkehrsraum für den Fuß- und Radverkehr, den ÖPNV und die Autos neugestaltet werden kann. Ebenfalls wurde beschlossen, weitere Maßnahmen zur verkehrlichen Entlastung zu untersuchen, wie zum Beispiel durch eine Straßenbahn auf der Frankfurter Straße. Dies hätte auch Auswirkungen auf das Förderprogramm „Stadt.Umbau“ und die weiteren Planungen.