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Begehung Zeppelinheimer Wald

Welche Auswirkungen haben die anhaltenden Trockenperioden auf den Wald um Zeppelinheim? Welche Vorteile bringt die Naturverjüngung im Vergleich zur Aufforstung? Fragen wie diese wurden bei der Begehung des Zeppelinheimer Waldes am 20. Mai 2021 geklärt. Über den Zustand des Waldes informierten sich Bürgermeister Herbert Hunkel, Erster Stadtrat Stefan Schmitt sowie alle Zeppelinheimer Ortsbeiratsmitglieder. Als Experten nahmen die städtische Biologin Dr. Ellen Pflug, Sylvio Jäckel vom DLB Dreieich und Neu-Isenburg AöR sowie Heinz Kapp vom NABU Ortsverband Neu-Isenburg teil. 

Kiefern leiden unter Trockenheit

Unter anderem wurde eine Kiefernfläche nördlich der Feuerwache begutachtet. Hier sind auf einer Fläche von ca. 1.600 m² die Kiefern großflächig abgestorben. Ein Großteil der Bäume wurde durch den Forst geräumt, auf der Fläche findet sich jedoch noch Schlagabraummaterial sowie mächtige tote Äste. Auf ganzer Länge wurde in West-Ost-Richtung eine Reihe Vogelkirschen gepflanzt. Dazu wurde erläutert, dass die Vogelkirsche eine schnell-wachsende, trockentolerante Baumart ist, die hier gewählt wurde, um gute Startbedingungen für eine Naturverjüngung des Bestandes zu erreichen.

Die Unordnung auf der Fläche ist ökologisch wertvoll, da das Material viele zersetzende Pilze und Insekten beheimatet. Gerade große Totholzstücke sind in bewirtschafteten Wäldern häufig Mangelware und damit einer der Gründe für die Gefährdung von holzverwertenden (xylobionten) Käfern. Der durch die Zersetzung verschiedener Gliederfüßer und Pilze entstehende Mulm hat eine hohe Wasserhaltefähigkeit und bietet den neu aufkommenden Sämlingen sowohl Nahrung als auch ein gutes Wasserreservoir.

Eine wirtschaftliche Verwertung des Holzes ist wenig rentabel, da das Schadholz nur von minderem Wert ist. Zudem haben die Forstbetriebe mit Schadensbegrenzung und Sicherung alle Hände voll zu tun.
Naturverjüngung statt Nachpflanzung

An der Flughafenstraße befindet sich ein Flurstück, das im Besitz der Stadt Neu-Isenburg ist. Auch hier sind viele Bäume geschwächt oder abgängig, der Bestand ist lückig. Dieser Wald ist für Zeppelinheim von großer Wichtigkeit, da er vor Fluglärm und Straßenlärm schützt. Hier könnte man die Lücken im Bestand kurzfristig durch die Pflanzung einheimischer Sträucher, wie z. B. Weißdorn, Schlehen oder Liguster schließen. Diese bieten nicht nur Vögeln und Insekten Schutz und Nahrung, sondern sind gleichwohl ein schnellwachsender Lückenfüller, bis der Wald sich dort erholt und eine Naturverjüngung des Baumbestandes, also der Aufwuchs junger Bäume aus Samen, stattgefunden hat. Dabei ist die Naturverjüngung einer Nachpflanzung vorzuziehen, da die Pflanzen dann zum einen genetisch schon an den Standort angepasst sind, zum anderen so ein Pflanzschock vermieden wird und außerdem die Jungpflanzen nicht gekauft werden müssen. Häufig sind die aus der Forstbaumschule verwendeten Sämlinge erst zweijährig, es gibt also keinen nennenswerten Zeitvorspung durch die Verwendung von Baumschulware.

Artenreicher und klimastabiler Mischwald

Die Eignung von gebietsfremden Baumarten ist umstritten. Eine wesentliche Größe bei der Eignung potenzieller Baumarten ist zwar die Trocken- und Hitzetoleranz, jedoch ist gerade bei Arten aus wärmeren Gebieten auch die Winterhärte ein ausschlaggebendes Kriterium für deren Eignung. Während im städtischen Raum vielfach mit nicht heimischen Bäumen experimentiert wird, ist die Auswahl im Forst eher übersichtlich. Zu nennen sind hier vor allem Douglasie und Roteiche, welche vor allem zur Erweiterung des Baumartenrepertoires und damit zur Risikostreuung vor dem Hintergrund des Klimawandels zu betrachten sind.

Auch die Wiederbewaldungsstrategie des Forstamtes Langen, als ein Waldeigentürmer der Zeppelinheim umgebenden Waldflächen, wurde im Rahmen der Begehung vorgestellt: Die Flächen des Forstamtes werden zuerst beobachtet um festzustellen, ob sich Naturverjüngung einstellt. Erst wenn dies unwahrscheinlich erscheint oder die Flächen zu groß sind, werden heimische (z. B. Vogelkirsche und Feldahorn) und nicht heimische (z. B. Douglasie), klima-tolerante Baumarten nachgepflanzt, um zur Entwicklung eines artenreichen und klimastabilen Mischwaldes beizutragen.