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Zeitgeschichtliche Dokumentation „Stolpersteine gegen das Vergessen“    

Um einen wichtigen Teil der Stadtgeschichte zu dokumentieren, wird die zeitgeschichtliche Dokumentation „Stolpersteine gegen das Vergessen in Neu-Isenburg“ gedruckt. Im Rahmen eines vom GHK – Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur – beantragten Projekts, wird die Publikation mit 1.680 Euro über das Projekt Demokratie leben! gefördert.

Von 26 jüdischen Menschen, die in Neu-Isenburg gewohnt haben, ist bekannt, dass sie Opfer des NS-Terrors wurden. Dies gilt auch für die meisten Bewohner*innen des Heims von Bertha Pappenheim. Seit dem Jahr 2010 erinnert eine Stolperschwelle, vor dem ehemaligen Heim des Jüdischen Frauenbundes in der Zeppelinstraße, an über 250 Frauen und Kinder, die dort lebten, deportiert und ermordet wurden.

In der Broschüre werden die Namen und wichtigsten Lebensdaten zum Gedenken an die jüdischen Neu-Isenburgerinnen und Neu-Isenburger festgehalten.

„Immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können über den Massenmord des NS-Regimes berichten. Dadurch geht viel Wissen für die jüngere Generation verloren. Vor diesem Hintergrund wird es umso wichtiger, die tiefergehende Auseinandersetzung mit der Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland und der Verfolgung durch die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges lebendig zu halten. Mit dieser zeitgeschichtlichen Dokumentation wollen wir die Menschen und Schicksale hinter den Namen aufzeigen und die Geschehnisse in Neu-Isenburg für die nachfolgenden Generationen bewahren“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel.

Neu-Isenburger Stolpersteine

In Neu-Isenburg wurden Stolpersteine gegen das Vergessen gelegt für:

  • Isaak Cahn, Gitella Cahn, Lion Schott, Selma Schott, Charlotte Schott in der Frankfurter Straße 32 (2009) 

  • Hedwig Jacobi in der Friedensallee 78 (2009)

  • Willy Schlamm, Else Schlamm, Herta Metzger (geb. Schlamm), Regine Schlamm (geb. Kahn) in der Taunusstraße 32 (2009)

  • das Ehepaar Josef und Adelheid Drehlich in der Frankfurter Straße 46

  • Amalie Jonas, Trude Fischer, Irma Regine Meyer, Frankfurter Straße 45

  • die Familie Goldmann, Max und Rosa und ihre beiden Kinder Willi und Johanna, in der Frankfurter Straße 19

  • Familie Weiß aus der Schillerstr. 18, das Ehepaar René und Helene mit den Kindern Eva und Richard

  • Johanna Schönmann, Stoltzestraße 8

  • Salomon Luks in der Hirtengasse 18

  • Max Pscherowski in der Frankfurter Straße 61 

Für jeden einzelnen Stein – so sieht es das Projekt des Künstlers Gunter Demnig vor – haben einzelne Bürgerinnen und Bürger eine Patenschaft übernommen. 

Für die Verlegung von „Stolpersteinen“ in Neu-Isenburg ergriff Christa Ziller 2009 die Initiative und setzte das Projekt dann mit Gleichgesinnten der Berta-Pappenheim-Initiative um. Wissenschaftlich wurde es von Dr. Heidi Fogel begleitet und von der Initiative der Kirchengemeinden sowie den Vereinen GHK (Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur) und FFK (Forum zur Förderung von Kunst und Kultur) unterstützt.