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25 Jahre Seminar und Gedenkstätte Bertha Pappenheim

Bereits 25 Jahre ist es her, dass in der Zeppelinstraße 10, in Neu-Isenburg, auf knapp 70 Quadratmeter, die Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim eröffnet wurde. Die neue Nutzung des Hauses II des ehemaligen Heims des jüdischen Frauenbundes wurde von der Bertha-Pappenheim-Initiative initiiert und von der Stadt umgesetzt.

Im Verlauf der letzten 25 Jahre hat sich die Seminar- und Gedenkstätte immer weiterentwickelt. Einerseits bietet sie als Gedenkstätte die Möglichkeit, in einer kleinen Dauerausstellung mehr über die wichtigsten Meilensteine im Leben von der jüdischen Frauenrechtlerin und Sozialpädagogin Bertha Pappenheim zu erfahren. Andererseits ist sie als Seminarstätte ein Ort für Begegnungen, da dort jährlich mehrere Veranstaltungen – Vorträge, Lesungen, Arbeitstreffen, Workshops und vieles mehr – stattfinden. Das behandelte Themenspektrum ist so breitgefächert, wie die Themen, die im Leben und Werk von der Namensgeberin eine Rolle gespielt haben. Neben dem Judentum und Antisemitismus sind Frauenrechte und Feminismus Schwerpunktthemen, die auch häufig in Kooperation mit verschiedenen städtischen Einrichtungen, bspw. dem Stadtarchiv und Neu-Isenburger Vereinen, bspw. dem GHK – Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur, behandelt werden. Darüber hinaus bietet die stetig wachsende Bibliothek Gelegenheit zur weiteren Informationsgewinnung.

15 der 25 Jahre wurde die Seminar- und Gedenkstätte von Frau Dr. Heidi Fogel und Frau Noemi Staszewski geleitet. Zum Jahresende 2011 hatten sich beide entschlossen, diese Position aufzugeben, daher wurde sie 2012 an das Frauenbüro (heute Frauen- und Gleichstellungsbüro) der Stadt Neu-Isenburg angegliedert. Eine passende Angliederung, da Bertha Pappenheim eine starke Feministin war, die einen Großteil ihres Lebens für die Stärkung von Frauen(rechten) gekämpft hatte. Vor allem der Missstand der Zwangsprostitution beschäftigte sie über einen langen Zeitraum sowie die Möglichkeit, Frauen und Mädchen Bildung und infolgedessen ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Ihr feministisches Denken zeigte sich auch in ihrer Übersetzungstätigkeit, denn sie übersetzte unter anderem Mary Wollstonecraft „A vindication of the rights of woman“ (dt. Verteidigung der Rechte der Frau, 1792).

Die Koordination und Organisation des Bertha-Pappenheim-Hauses übernahm ab diesem Zeitpunkt für fast 10 Jahre die Frauenbeauftragte Gabriele Loepthien. Mit dem Wechsel wurde in enger Abstimmung mit den vorherigen Leiterinnen auch ein Konzept für die weitere Arbeit erstellt. Anfang des Jahres 2021 gab es durch die Neubesetzung der Stelle der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten im April durch Anna Held einen erneuten Leitungswechsel. Damit endete auch, nach langer Pandemie bedingter Pause, die Schließung des Bertha-Pappenheim-Hauses. Im Rahmen der 20. Neu-Isenburger Woche der Toleranz und Mitmenschlichkeit konnten im September die ersten Abendveranstaltungen stattfinden.

Am 25. November wird das 25. Jubiläum im feierlichen Rahmen begangen, denn auch dieser Tag ist ein besonderes Datum für das ehemalige Heim des jüdischen Frauenbundes. Am 25.11.1907 wurde das Heim des jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg eröffnet, bis 1936 von Bertha Pappenheim geleitet und erst durch die Nationalsozialisten 1942 aufgelöst.