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Kranzniederlegung am Gedenkstein im Schindkautweg am 29. Januar

Zum Gedenken an die Opfer und als Mahnung gegen den Krieg

Vor 75 Jahren mussten in den Flakstellungen in der Ostgemarkung Schüler und Soldaten ihren Dienst an den Flugabwehrkanonen leisten. Die häufig erst vierzehnjährigen Luftwaffenhelfer, Oberschüler aus Offenbach und dem Kreis Offenbach, wurden jahrgangsweise aus ihren Schulen zum Flakdienst geholt. Bei dem Bombenabwurf am 29. Januar 1944 starben fünf jugendliche Luftwaffenhelfer, vier kriegsgefangene „Hilfswillige“ und der 28jährige Geschützführer Josef Niggel. Zwei der getöteten Schüler waren die erst 15jährigen Isenburger Klaus-Dieter Johannsen und Gerhard Siebenborn. Als Mahnung gegen diesen menschenverachtenden Krieg und gegen das Vergessen, findet am 29. Januar, um 16 Uhr, die Kranzniederlegung am Gedenkstein im Schindkautweg, mit Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt statt.  

Im Anschluss ist eine Zusammenkunft in der Gaststätte „Reiterschänke“ Neu-Isenburg, Triebweg, vorgesehen. Dort wird, um 17:00 Uhr, auch die neue Dokumentation über die Geschichte der Flakstellungen in der Ostgemarkung vorgestellt, die der Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur Neu-Isenburg (GHK) e.V. herausgegeben hat. Die Autoren Dr. Wilhelm Ott und Dr. Ferdinand Stegbauer werden in Auszügen berichten. Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Die Broschüre ist ab dem 1. Februar in allen Buchhandlungen, in der Stadtbibliothek und im Bürgeramt zum Selbstkostenpreis von 15 Euro erhältlich. 

Über die Dokumentation:

Das Autorenteam Ott und Stegbauer recherchierte in bislang nicht veröffentlichten Quellen und interviewte zusätzlich Zeitzeugen, die ein sehr eindrucksvolles und differenziertes Bild ermöglichen. Wie die damaligen Luftwaffenhelfer berichteten, leisteten sie ihren Dienst in der Gewissheit, Volk und Vaterland zu verteidigen. Erst später wurde ihnen bewusst, dass sie ihre Jugend einem verbrecherischen System opfern mussten. Geblieben sind oftmals nur die traumatischen Erinnerungen.

Wir wollen das Leid dieser Menschen nicht vergessen und gedenken ihrer und ihrer Angehörigen. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, die Erinnerung an diese unmenschlichen Ereignisse wachzuhalten und mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften beizutragen, dass sich solches Leid nicht mehr wiederholt Wir freuen uns, dass mit Unterstützung des GHK und durch Herrn Dr. Ott, eine besonders gut erhaltene Flakstellung im Brüllochsenweg in der Luderbachaue 2018 in die Denkmalschutzliste des Landes Hessens aufgenommen wurde. Auch die Dokumentation ist ein wichtiges Zeitdokument, zumal die die Liste der Zeitzeugen immer kürzer wird, im letzten Jahr verstarben Günter Salzmann und Erich Zervas“, so Bürgermeister Herbert Hunkel.