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Studienfahrt nach Auschwitz - Kooperationsprojekt Stadt Neu-Isenburg und Goetheschule

Publikation über die Erlebnisse der Jugendlichen geplant

Bereits zum zweiten Mal begleitete Bürgermeister Herbert Hunkel Schülerinnen und Schüler der Goetheschule aus Neu-Isenburg auf der Studienfahrt (22.- 27. Januar) zur Gedenkstätte nach Auschwitz und Krakau. Die Fahrt ist als Kooperationsprojekt zwischen der Stadt und der Goetheschule angelegt und in den Schwerpunkt "Erinnern und Gedenken" des Schulprogramms der Goetheschule Neu-Isenburg eingebunden.

 

Über ein halbes Jahr haben sich die 15 Jugendlichen mit den Lehrkräften Dr. Matthias Köberle und Barbara Krause auf diese Fahrt vorbereitet. Trotzdem waren alle zutiefst erschüttert, als sie dann vor Ort das Ausmaß der systematischen Vernichtung mit eigenen Augen sahen. Neben der umfassenden Führung im Stammlager Auschwitz gehört auch die Kranzniederlegung an der sogenannten Todesmauer zum Programm. Dort verlasen die Jugendlichen ergriffen die Namen aller Isenburger, die nach Auschwitz deportiert und dort getötet wurden. Insgesamt wurden 77 Bewohnerinnen und Bewohner des Heims „Isenburg“ des Jüdischen Frauenbundes, der heutigen Seminar- und Gedenkstätte Bertha-Pappenheim Haus, im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

 

Thematischer Schwerpunkt des diesjährigen Besuchs in der KZ-Gedenkstätte war das Thema „Kinder in Auschwitz“. In zwei Workshop  wurden zu diesem Themenbereich auf der Grundlage von Archivmaterialien, wissenschaftlichen Darstellungen, Fotos und anderen Originalquellen gearbeitet.

Dr. Matthias Köberle: “Es ist einfach unglaublich, wie intensiv sich unsere Schülerinnen und Schüler in die Materie eingearbeitet haben. Während der eineinhalbstündigen Workshop-Zeit hätte man eine Stecknadel fallen hören, so konzentriert und ruhig ist es gewesen. Niemand bemerkte, dass die Zeit um war, die meisten hätten gerne über die vorgesehene Zeit weitergearbeitet – eine solches Phänomen findet man in der Schule selten!“

Mengeles Versuche an Kindern, insbesondere an Zwillingen, über die man in Archivdokumenten lesen konnte, waren geradezu erschütternd. Unfassbar der Umgang der SS-Aufseherinnen mit schwangeren Häftlingen…

Nach den museumspädagogischen Führungen einer polnischen Historikerin in den Lagern Auschwitz 1 Stammlager und Auschwitz 2 Birkenau wurde in abendlichen Reflexionsrunden das Erfahrene und Gesehene besprochen. Auch hier wurde deutlich, wie wertvoll  es ist, sich der Geschichte gleichsam „vor Ort“ zu stellen. So war der Austausch von Beobachtungen sehr intensiv und für alle lehrreich. Darüber hinaus wurden in der Gruppe  Eindrücke und Gefühle beschrieben - eine Möglichkeit das schier Unfassbare doch irgendwie annäherungsweise verarbeiten zu können.

Bei der Frage, wie dies alles möglich war, kamen die Schülerinnen und Schüler immer wieder auf die Anfänge der Nazi-Bewegung zurück: Rassismus, Antisemitismus, Gewaltverherrlichung und Hass auf alles vermeintlich „Undeutsche“ standen an ihrem Anfang. In Auschwitz, so ein Schüler, kann man erkennen, wohin diese Einstellungen führen können.

 

Die Studienfahrt endete mit einem Aufenthalt in Krakau, zu dem unter anderem ein dreistündiger Stadtrundgang gehörte. Die Gruppe besuchte das jüdische Viertel Kazimierz und erkundete das ehemalige jüdische Ghetto in Podgórze mit dem Heroplatz, von dem viele Juden deportiert wurden. Am Samstag ging es um 7 Uhr per Bus zurück nach Neu-Isenburg.

 

Bürgermeister Herbert Hunkel appelliert: „Wir müssen die Erinnerungen an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachhalten und der jungen Generation vermitteln. Noch immer gibt es leider Menschen, die einen Schlussstrich ziehen, die Opfer verschweigen und sich der Verantwortung der Geschichte nicht stellen wollen. Die beste Versicherung gegen Völkerhass, Totalitarismus, Faschismus und Nationalsozialismus ist jedoch die lebendige Erinnerung an und die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte. Deshalb wollen wir auch mit einem gemeinsamen Buchprojekt über diese Fahrten nach Auschwitz ein bewusstes Zeichen setzen. Zu Wort kommen sollen die Schülerinnen und Schüler, die ihre Erlebnisse schildern, aber auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der vorigen Gruppen, die berichten, was diese Fahrt mit ihnen gemacht hat, wie sich ihr Denken und ihre Einstellungen geändert haben.“