Agnes-Marie Grisebach, die am 2. September 1913 in Berlin geborene Schriftstellerin, ist auch fünfzehn Jahre nach ihrem Tod in Neu-Isenburg bekannt. Als Schauspielerin hatte sie Engagements in München und Breslau, doch der Zweite Weltkrieg und die Flucht aus der DDR 1952 verhinderten die Fortsetzung einer vielversprechenden Karriere. Als alleinerziehende Mutter von vier Kindern verdiente sie ihren Lebensunterhalt bis 1973 in einer Bremsenfabrik in Heidelberg.
1982 zog sie nach Neu-Isenburg und fing an, ihr Leben aufzuschreiben. Was sie vor ihrer Zeit in Neu-Isenburg geschrieben habe, sei meist in irgendwelchen Schubladen oder im Papierkorb verschwunden. Doch in der Isenburger Atmosphäre habe sie sich entschlossen: „Jetzt oder nie“. Mit ihrem autobiografischen Roman „Eine Frau Jahrgang 13“ (1988) zog Agnes-Marie Grisebach in die Buch-Bestsellerlisten ein und behauptete dort auch einen Platz mit ihren weiteren in Neu-Isenburg entstandenen Büchern „Eine Frau im Westen“ (1989), „Die Dame mit dem Schleierhütchen“ (1992), „Abschied am Hohen Ufer“ (1992) und „Frauen im Korsett“ (1995).
Der Kulturpreis der Stadt Neu-Isenburg wurde Agnes-Marie Grisebach 1990 verliehen. Die Laudatio hielt der damalige Bürgermeister Robert Maier. In zu Herzen gehender und packender Sprache habe Agnes-Marie Grisebach in ihren Büchern geschildert, was ihre Generation habe erdulden müssen. Frau Grisebach antwortete, ursprünglich hätte sie einmal befürchtet, in Neu-Isenburg ein einsames Alter zu erleben. Doch Kindern, Nachbar*innen, Enkelkindern und ihren vielen Freund*innen verdanke sie Abwechslung und Glück.
1997 zog Agnes-Marie Grisebach, nahezu erblindet, in das Familien-Ferienhaus nach Ahrenshoop, das sie nach der Wende zurückerhalten hatte. Hier entstand noch der dritte Teil ihrer Autobiografie „Von Anfang zu Anfang“ (2003). Am 5. März 2011 verstarb Agnes-Marie Grisebach.
Erinnern an Neu-Isenburgerinnen
Anlässlich ihres Todestages liegen im Bertha-Pappenheim-Haus und im Rathaus Postkarten von ihr zum Mitnehmen aus. Für jede der zwölf Frauen, die in der Broschüre „Neu-Isenburger Frauen“ (Öffnet in einem neuen Tab) vertreten sind, wird es in der kommenden Zeit zu besonderen Anlässen, wie Geburtstagen, Jubiläen u. a., Postkarten geben. Für das Postkarten-Projekt wurden die vorliegenden Bilder der Frauen genommen, und künstlerisch verändert. Einerseits sollen die Postkarten konkret an die Neu-Isenburger Frauen erinnern, die in dieser Stadt viel geleistet haben. Andererseits soll mit der leichten „Entfremdung“, die durch die künstlerische Umsetzung entsteht, auch gezeigt werden, dass diese Frauen für alle Frauen stehen. In Neu-Isenburg gibt es viele weitere tolle Frauen, die bis heute viel geleistet haben und immer noch leisten und diese zwölf sollen als Identifikationsfiguren und Vorbilder dienen. Die Postkarten von Margarete Müller, Lilli Grün-Göttert, Anny Schlemm und Bertha Pappenheim gibt es bereits im Bertha-Pappenheim-Haus.
Außerdem sind die Lebensgeschichte von Agnes-Marie Grisebach und weitere interessante Geschichten von Neu-Isenburgerinnen in der Broschüre „Neu-Isenburger Frauen“ zu finden. Die Broschüre steht auf der Webseite der Stadt zum Download zur Verfügung.
Kontakt:
Magistrat der Stadt Neu-Isenburg
Frauen- und Gleichstellungsbüro
Hugenottenallee 53
63263 Neu-Isenburg
E-Mail
Tel.:06102 / 241 -754/-755
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