Mit dem erfolgreichen Einschub einer neuen Eisenbahnüberführung für die Regionaltangente West (RTW) wird die Isenburger Schneise heute planmäßig für den Verkehr freigegeben. Um die verkehrlichen Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, errichteten die Baufirmen das gut 44 Meter lange und rund 250 Tonnen schwere Brückenbauwerk zunächst neben der Strecke. Eine Sperrung der Straße war lediglich für das kompakte Zeitfenster des Einschubs erforderlich. Parallel nutzte die RTW eine ohnehin vorgesehene Sperrpause der DB auf der Strecke, um die Auswirkungen für Zugreisende möglichst gering zu halten.
Für den Einbau hoben Hydraulikpressen die Konstruktion an und setzten selbstfahrende modulare Schwerlasttransporter (SPMT) darunter. Auf ihnen rollte die Brücke anschließend langsam und kontrolliert die letzten Meter bis an ihre Einbauposition. Dort schoben die Fachkräfte das Bauwerk präzise auf die neu hergestellten Widerlager und setzten es millimetergenau in Endlage ab.
„Der Brückeneinschub an der Isenburger Schneise ist ein wichtiger Meilenstein im Abschnitt Süd 1“, erklärt Horst Amann, Geschäftsführer der RTW PlanungsgesellschaftmbH. „Mit der neuen Verbindung zwischen Neu-Isenburg und dem Flughafen Frankfurt verkürzen wir künftig die Fahrzeit um mehr als 50 Prozent“. Zusätzlich betont Amann: „Es ist unser Anspruch als RTW, die Einschränkungen auf den Verkehr so gering und kurz wie möglich zu halten. Wir arbeiten Tag für Tag dafür – verlässlich, sorgfältig und mit Augenmaß.“
Im Juli 2025 startete im Frankfurter Stadtwald der Gleislängsverbau - eine wichtige Sicherungsmaßnahme zwischen der Bestandsstrecke 3651 und dem künftigen RTW-Gleis. Die Maßnahme ermöglichte den Rückbau des alten Brückenwiderlagers bei „rollendem Rad“. Auch die anschließenden Gründungsarbeiten und der Neubau des Widerlagers erfolgten termingerecht bei laufendem Bahnbetrieb.
Der Abschnitt Süd 1 führt von Kelsterbach über den Flughafen, Gateway Gardens und Frankfurt-Stadion bis nach Neu-Isenburg und weiter nach Dreieich-Buchschlag. Mit über 16 Kilometern Länge ist er der längste Streckenabschnitt der RTW und schafft neue, direkte Verbindungen im regionalen Schienennetz. Künftig fahren Fahrgäste von Neu-Isenburg in rund elf Minuten bis zum Flughafen. Mit dem erfolgreichen Einschub rückt dieses Ziel ein Stück näher.



