Beim letzten Stadtradeln im Mai 2025 hat die Goetheschule gemeinsam mit der Stadt eine Fahrradtour mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen 5-7 organisiert. Auf einem etwa 6 Kilometer langen Rundkurs durch die Kernstadt, der auch von der Polizei begleitet wurde, fuhren ca. 450 Teilnehmende die Strecke ab. Im Anschluss wurden Fragebögen verteilt, die von 330 Schülerinnen und Schülern ausgefüllt wurden. Sie beinhalteten insbesondere Fragen zum Mobilitätsverhalten, aber auch zur persönlichen Wahrnehmung der Infrastruktur hinsichtlich Sicherheit, Komfort und Attraktivität.
Die Stadt hat die Umfrage ausgewertet und ist zu folgenden Ergebnissen gekommen:
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die meisten der 330 Schülerinnen und Schüler, die an der Befragung teilgenommen haben, zwar gerne Radfahren und sich dabei sicher fühlen, sich jedoch trotzdem eine bessere Infrastruktur und mehr Rücksichtnahme durch Autofahrende wünschen.
75% der Befragten sind im Umweltverbund unterwegs, was bedeutet, dass sie immer noch 25% der Wege mit dem Auto gefahren werden. Für den Schulweg wird mit 25% etwas mehr der ÖPNV anstelle des Autos, das hier bei 14% liegt, genutzt. 70% der Jugendlichen fahren täglich oder mehrmals die Woche mit dem Fahrrad, 90% von Ihnen tut dies sogar sehr gerne oder gerne. Da es für die meisten die schnellste Fortbewegungsart ist, wird es auch viel in der Freizeit genutzt, um Freundinnen oder Freunde zu besuchen oder zum Sport zu fahren. Die Entfernung ist bei 29% der Jugendlichen ausschlaggebend für die Entscheidung nicht das Fahrrad zu nutzen, während 11% Radfahren zu anstrengend findet und 10% nicht radeln, weil sie von den Eltern gefahren werden. Hinsichtlich des Sicherheitsgefühls zeigt das erfreuliche Ergebnis, dass sich 85% der Befragten sehr sicher oder sicher auf Neu-Isenburgs Straßen fühlen.
Um das Sicherheitsgefühl und die Motivation das Fahrrad zu nutzen noch weiter zu verbessern, fordern 36% der Schülerinnen und Schüler vor allem mehr Rücksichtnahme durch Autofahrende, welche häufig als zu schnell, gefährlich überholend und unfreundlich wahrgenommen werden. Außerdem wünschen sich 29% eine bessere Radverkehrsinfrastruktur, vor allem mehr Radwege und Fahrradstraßen, aber auch radverkehrsfreundliche Knotenpunktlösungen. Ein Anteil von 14% vermisst Übungsmöglichkeiten und würde gerne mehr mit Anderen/den Eltern Fahrradfahren. Die Ausstattung spielt nur für Wenige eine Rolle, etwa 3% der Befragten steht allerdings kein geeignetes Fahrrad zur Verfügung.
Zu den 50% der Jugendlichen, die sich die Mühe gemacht haben, ihre Lieblingsstrecke und/oder ihren Schulweg in die Karte einzutragen, kann zusammengefasst werden, dass bei der Fahrradtour naturgemäß die weniger frequentierten Abschnitte Am Erlenbach und in der Rheinstraße positiv bewertet und die größeren Knotenpunkte eher kritisch gesehen wurden. Bei den Schulwegen ist festzustellen, dass die Präferenzen hier sehr individuell unterschiedlich sind. Dies zeigt sich insbesondere bei Schülerinnen und Schülern aus dem Buchenbusch, die sowohl Herzogstraße und Am Trieb, als auch den Weg über die Brücke und durch den Park nutzen. Ebenso wird für Wege aus dem nordwestlichen Stadtgebiet neben der Rheinstraße auch die Stoltzestraße und der Alte Ort stark frequentiert. Allen gemeinsam ist, dass sie bei ihrer Streckenwahl entweder den schnellsten oder den autoärmsten Weg bevorzugen.
Im nächsten Schritt wurden die Ergebnisse dem Jugendforum zur Verfügung gestellt. Sie wurden diskutiert und eigene Maßnahmenvorschläge daraus entwickelt, wie zum Beispiel
- Bau einer durchgehenden Ost-West-Verbindung (als Fahrradstraße/mit baulich getrennten Radwegen „Protected Bike Lanes“)
- Verlängerung Fahrradstraße „Am Trieb“ zur geplanten Fahrradstraße „An den Grund-wiesen“ (siehe Abbildung 1)
- Verbesserung der Querung der „Frankfurter Straße“/„Friedrichstraße“/„Wilhelmstraße“
- Verbesserung der Radverkehrsführung nördlicher Teil „Richard-Wagner-Straße“ (Straße durch Parkplätze sehr eng, Autos weichen im Begegnungsfall auf Gehweg aus → gefährliche Engstelle
- Verbesserung der Sichtbereiche im Bereich von Knotenpunkten/Umsetzung „Frankfurter Kreuzung" (siehe (siehe Broschüre „Frankfurter Kreuzungen“, www.radentscheid-frankfurt.de und Abbildung 2)
- Verbesserung der Radverkehrsanbindung an Straßenbahnhaltestelle „Neu-Isenburg Stadtgrenze“ (Keine gesicherte Querung vorhanden)
- Entfernung von „Umlaufgittern“, sofern möglich, zur verbesserten Radverkehrsführung (z.B. an LSA-gesicherter Querung „Erika-Kimpel-Weg“ zur „Goetheschule“)
- Legalisierung von Radverkehr z.B. im Verbindungsweg „Karlstraße“ zum „Gravenbruchring“ (derzeit VZ-239 vorhanden, besser VZ-240 oder VZ-1022-10 als Zusatzzeichen)
- Prüfung der Einrichtung von „Fahrradzonen“
- Fortführung des Projektes „BiciBus“ in Neu-Isenburg, sofern von Schulen erwünscht
Alle vorgeschlagenen Maßnahmen werden von der Stadtverwaltung geprüft. Im Anschluss ist geplant, mögliche Maßnahmen dem am 21. Februar 2026 neu gewählten Kernteam des Jugendforums zur Kenntnis und Abstimmung vorzulegen.






