Stadt Neu Isenburg

Rathaus und Service

25 Jahre publikumsoffener Bereich im Stadtarchiv

Das Stadtarchiv feiert ein kleines Jubiläum: Seit dem 23. Februar 2001 steht den Bürgerinnen und Bürgern ein publikumsoffener Bereich zur Verfügung, um mehr über die Geschichte ihrer Stadt und ihrer Stadtteile zu erfahren, sich zu informieren und zu recherchieren. Vor einem Vierteljahrhundert nahm das Stadtarchiv in der Beethovenstraße seine Arbeit mit einem klaren Ziel auf: Das historische Gedächtnis der Stadt zugänglich zu machen und dauerhaft zu sichern Anders als Archive, die nur einem Fachpublikum vorbehalten sind, erhalten im Stadtarchiv alle Interessierten den direkten Zugang zu historischen Quellen, Dokumenten und Bildmaterialien, unabhängig aus welchem Anlass.

Das Stadtarchiv wird damit zu einem offenen Ort des Lernens, des Erinnerns und der persönlichen Auseinandersetzung mit der (eigenen) Stadtgeschichte.  Der Zugang zu den Archivalien ist ausdrücklich als Angebot für die Stadtgesellschaft angelegt. Auf Claudia Lack, die 2022 die Leitung des Stadtarchivs nach mehr als 20 Jahren abgab, folgten die beiden Historiker Andreas Greim als Leiter des Stadtarchivs und 2025 Maximilian Sterkel als sein Stellvertreter. Die Aufgaben, die sie sich gestellt haben sind groß: Neben der elektronischen Erschließung der Alt-Bestände soll das Stadtarchiv zu einem modernen Bürgerarchiv entwickelt werden, das allen Interessierten ermöglicht, das Verwaltungshandeln transparent nachzuvollziehen und Geschichte sowie Gegenwart der Stadt zu erforschen. Eine neue, zeitgemäße Archivsatzung und Benutzungsordnung sind im Dezember 2025 in Kraft getreten. Weiter ausgebaut werden soll auch die enge Zusammenarbeit mit den Nutzerinnen und Nutzern des Stadtarchivs als Partner bei der Erforschung der Stadtgeschichte.

Das Herz des Stadtarchivs sind von Anfang an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Ohne ihre Unterstützung bei der Erschließung von Archiv-, Dokumentations- und sonstigem Sammlungsgut wäre es nicht möglich, so viele Anfragen (im vergangenen Jahr im Schnitt 17 Anfragen im Monat) zu beantworten und an zwei Tagen in der Woche für jeweils 8 Stunden zu öffnen. Die Arbeit ist anspruchsvoll und erfordert Akribie. Umso schöner ist es, dass so besondere Menschen wie Birgit Schäfer, Bernd Schander und Edith Geßner gibt, die tatkräftig mithelfen.

Birgit Schäfer, seit der Gründung des publikumsoffenen Bereichs Stadtarchivs Neu-Isenburg im Jahr 2001 als ehrenamtliche Mitarbeiterin dabei, kennt jeden Winkel des Stadtarchivs. Zweimal in der Woche kümmert sie sich um die Bestände des Stadtarchivs, trägt zur Vorbereitung von Ausstellung bei, betreut das Publikum und unterstützt das Team bei Anfragen zum alten Neu-Isenburg. Ihre Hauptaufgabe ist jedoch seither die Erschließung und Digitalisierung der mit mehr als 6.000 Fotografien umfangreichen Fotosammlung des Stadtarchivs. Am 26. Mai 1950 in Neu-Isenburg geboren und aufgewachsen, kennt sie viele ältere Gebäude und Plätze noch aus ihrer Kindheit. Dieses Wissen hilft ihr, alte Fotografien richtig zuzuordnen. Besonderen Verdient hat sie sich erworben mit einer vierjährigen Recherche, in der sie die Namen und Standorte von 546 Kneipen in Neu-Isenburg ermittelte, darunter kuriose Details zu Lokalen wie der „Bayrischen Bierhalle“ (gegründet 1900) oder der „Rosenau“. Ihre Ergebnisse flossen 2010 ein in das Buch „Die Neu-Isenburger Gastronomie – Geschichte und Geschichten“ (250 Seiten), das bis heute über das Stadtarchiv oder den Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK) zu beziehen ist.

Bernd Schander ist seit 10 Jahre dabei. Seit etwa fünf Jahren kümmert er sich zweimal in der Woche um die Ordnung und Verzeichnung der Zeitungsausschnittsammlung, die neben der Fotosammlung zu dem am meisten genutzten Bestand des Stadtarchivs gehört.

Das jüngste Mitglied ist Edith Geßner, die das Team des Stadtarchivs seit 2024 zweimal in der Woche unterstützt. Aktuell bereitet sie ein Erinnerungsgespräch vor mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die über die Neu-Isenburger Niederlassung der „German Youth Association“ (GYA) berichten, einer Organisation, die die US-Militärregierung in der Nachkriegszeit in Deutschland gegründet hatte, um Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu bieten, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und sie in eine demokratische Gesellschaft zu integrieren. Das Erinnerungsgespräch wird am 6. März 2026 um 15.00 Uhr im Stadtteilzentrum West stattfinden.

Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein bedankte sich beim Team des Stadtarchivs für die Hilfe und insbesondere bei Birgit Schäfer: „Das Stadtarchiv ist seit 25 Jahren ein Ort, an dem Stadtgeschichte zugänglich ist. Der publikumsoffene Bereich ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern sich zu informieren. Mit ihrem Einsatz haben sie den Zugang zur Stadtgeschichte nachhaltig geprägt und ein Angebot geschaffen, das bis heute von vielen Bürgerinnen und Bürgern gern genutzt wird. Dafür gebührt Ihnen unser größter Dank.“

Die Bestände des Stadtarchivs

Die Bestände des Stadtarchivs reichen von den Anfängen der Stadt als kleine Hugenottensiedlung im Jahre 1699 bis in die Gegenwart hinein. Sie sind (ab 2024) nach und nach online (Öffnet in einem neuen Tab) recherchierbar über das Archivinformationssystem des Landes Hessen.

Das Stadtarchiv bietet damit Einblick in (u. a.):

600 Regalmeter Akten der Stadtverwaltung

ca. 10.000 Zeitungsausschnitte, daneben in sämtliche Jahrgänge des „Neu-Isenburger Anzeigeblatts“ seit 1877

ca. 6.000 Fotografien, die im Bild das alltägliche Leben in der Stadt im Wandel der Zeit dokumentieren

ca. 50 Karten und Pläne, die die bauliche Veränderung und räumliche Ausdehnung der Stadt abbilden

ca. 3.000 Blätter der „Alten Einwohnerkartei“ (1876-1930), die damit eine wahre Fundgrube für alle interessierten Ahnen- und Familienforschenden ist

ca. 800 Titel der Präsenzbibliothek des Stadtarchivs.


Sportbegeisterte haben außerdem die Möglichkeit, nach Absprache mit den Vereinen Einblick in die Deposita der Turn- und Spielervereinigung (TSG) e. V. 1885 und Spielvereinigung 03 Neu-Isenburg e.V. zu nehmen.

Fotografien von Archivgut dürfen, soweit keine konservatorischen oder rechtlichen Auflagen bestehen, eigenständig im Lesesaal angefertigt werden. Für höherwertige Kopien uns Scans stehen ein Fotokopierer, drei Flachbettscanner und ein Dokumentenscanner (bis DIN A3) bereit.

 

vlnr: Bernd Schander, Birgit Schäfer, Stadtarchivar Andreas Greim, Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein
vlnr: Bernd Schander, Birgit Schäfer, Stadtarchivar Andreas Greim, Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein. Edith Geßner war leider verhindert.

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